Video: Der Ringkrieg – Spielaufbau

Zum neuen Jahr beginne ich ein neues Projekt: Eine Serie von Videos zum Ringkrieg, in der ich möglichst ein komplettes Spiel zeigen und die Regeln erklären möchte. Den Beginn macht ein Video zum Spielaufbau.

Da ich noch wenig Erfahrung und auch nur begrenzte Ausrüstung für ein solches Projekt habe, würde ich mir sehr über eure Rückmeldungen freuen. Ist alles verständlich und erkennbar? Was kann ich besser machen? Was wünscht ihr euch besonders in solchen Videos? Hinterlasst mir eure Kommentare unter diesem Beitrag, und ich werde versuchen, sie zu berücksichtigen.

War of the Ring Battle Report vom Esoteric Order of Gaming

Peter und Will vom Esoteric Order of Gaming haben mal wieder einen Video-Spielbericht von einer Ringkrieg-Partie gemacht (mit der Herren von Mittelerde Erweiterung). Die beiden hatten eine Menge Spaß, und auch wenn sich ein paar Fehler ins Spiel eingeschlichen haben, war es offensichtlich eine tolle Partie.

War of the Ring Battle Report No. 4

Wer mit englischen Spielhilfen zurecht kommt, dem lege ich die Kurzanleitung und Referenzbögen vom Esoteric Order of Gamers ans Herz. Peter Gifford ist Grafikdesigner und hat eine Riesenerfahrung mit solchen Spielhilfen. Schaut euch nur mal die Riesensammlung an. Wer ihn wie ich per Patreon unterstützen möchte, kann das hier tun.

Der Java-Client in der Version „Gandalf“

Die aktuelle „Gandalf“ Version des Java-Clients für den Ringkrieg ist nun endlich auch in Deutsch verfügbar. Sie enthält neben dem Grundspiel, sowohl die beiden Erweiterungen „Herren“ und “ Krieger von Mittelerde“, als auch die „Schlacht der Fünf Heere“.

Die Kartenstapel der Freien Völker mit "Die Krieger von Mittelerde"
Die Kartenstapel der Freien Völker mit „Die Krieger von Mittelerde“

Der Java-Client kann hier heruntergeladen werden.

Neues aus Mittelerde: Die Könige kommen!

Kings of Middle-earth Cover

Hi Folks! Es ist viel zu lange her, dass sich hier etwas getan hat, aber jetzt gibt es endlich gute Neuigkeiten: Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg hat Ares Games die dritte Erweiterung für den Ringkrieg offiziell angekündigt.

In einem Interview mit BoardGameGeek hat Francesco Nepitello einen Überblick über den Inhalt der Erweiterung gegeben. Der Interviewer ist leider nicht wirklich im Thema drin, aber die Infos sind auf jeden Fall interessant.

Interview mit Francesco Nepitello

Kurz zusammengefasst sagt Francesco, dass sie mit der neuen Erweiterung die Politik der verschiedenen Reichen betonen wollen. Sauron versucht einen Keil zwischen die Freien Völker zu treiben und ihre Könige zu beeinflussen: Dain II. von Erebor, König Brand von Thal, Thranduil vom Düsterwald und den Truchsess Denethor von Gondor.

Es gibt einen neuen Aktionswürfel für die Herrscher der Freien Völker, während Sauron für die gewürfelten Augen Korruptionspunkte bekommt, die er gegen die Herrscher einsetzen kann.

Außerdem gibt es neue Einheiten für den Schatten – Halborks und Riesenfledermäuse – und neue detailliertere Regeln für die Belagerungen, inklusive neuer Würfel für die Art von Schlachten.

Als Veröffentlichungsjahr ist 2020 (also dieses Jahr) angepeilt, und ich vermute, dass Ares Games sich Mühe geben wird, das Spiel zur Messe in Essen fertig zu haben.

Zurück nach Mittelerde: Die Schlacht auf den Pelennor-Feldern

Middle-earth Tabletop-Strategiespiel

Nachdem das großartige Runewars-Miniaturenspiel mich tiefer in das Tabletop-Miniaturen Hobby hineingezogen hat, ist es kein Wunder, dass mich der Weg auch in diesem Dschungel zu Tolkiens Herr der Ringe und nach Mittelerde führt, und zwar zum Middle-earth Tabletop-Strategiespiel von Games Workshop.

Der Auslöser war die Neuauflage dieses Klassikers in Form der Starter-Box „Die Schlacht auf den Pelennor-Feldern“. Ursprünglich wurde das Spiel 2001 anlässlich der Filme von Peter Jackson veröffentlicht und schon damals faszinierten mich die wunderschönen Miniaturen. Ich besorgte mir ein paar Figuren und bemalte sie, kam aber nie dazu das Spiel selbst zu spielen.

Starter-Box: Die Schlacht auf den Pelennor-Feldern

Und dann kam 2018 diese Pelennor-Box in die Läden. Zu einem sagenhaften Angebot von €90 (inzwischen €120) gab es 84 Miniaturen, inklusive eines großartigen Nazgûl auf geflügeltem Untier, und vor allen Dingen das komplette neue Regelwerk im Hardcover. Wie konnte ich da widerstehen?

Nun ist es ein Jahr später und gestern habe ich die letzte Figur aus der Box fertig bemalt und bewundere den Inhalt auf meinem Küchen- und Spieltisch.

Yeah, alles fertig bemalt!

Seit dem Kauf der Box habe ich eine modulare Spielfläche gebastelt, eine Menge Geld für weitere Figuren ausgegeben, und – man höre und staune – auch einige Partien gespielt. Daher werde ich die Box hier vorstellen, bevor ich demnächst hoffentlich eine etwas ausführlichere Rezension der Regeln machen kann.

Die Miniaturen

Wie schon gesagt enthält die Box 84 Plastik Miniaturen. Davon sind

  • 36 Morannon-Orks
  • 1 Mordor-Troll
  • 1 Ringgeist auf geflügeltem Untier
  • 20 Krieger der Toten
  • 12 Krieger von Rohan
  • 12 Reiter von Rohan
  • 1 Theoden zu Fuß
  • 1 Theoden auf Schneemähne

Wie schon beim Runewars-Miniaturenspiel sind diese Figuren natürlich noch nicht bemalt und auch noch nicht zusammengebaut! Teilweise bestehen die Miniaturen aus vielen verschiedenen Teilen, und der Zusammenbau ist schon eine kleine Herausforderung. Dafür bekommt man aber auch eine Menge Optionen. So kann man den Ringgeist sowohl als „normalen“ Nazgûl oder als Hexenkönig von Angmar mit oder ohne flammende Klinge basteln. Auch der Troll ist vielfältig: Vom schwer gepanzerten mit Schild und Schwert bis zum riesigen Trommler sind viele Varianten möglich.

Die Qualität der Miniaturen ist durchgehend sehr gut, schwankt aber ein bisschen, je nach Alter des Designs. Nur die Theoden-Figuren sind wirklich neu – alle anderen wurden schon früher für das Spiel produziert – und an der Spitze was Detailgrad angeht. Die schwächsten sind wahrscheinlich die Krieger von Rohan (zu Fuß), denen man ihr Alter ein wenig anmerkt.

Die Bemalung erfordert natürlich einiges an Arbeit, und wenn man keinen professionellen Mal-Service bemühen will, sollte man schon seinen Spaß an diesem Hobby haben. Wenn man es aber genießt, bekommt man hier viele tolle Miniaturen, die nicht zu schwierig zu bemalen sind und den Aufwand mit einem großartigen Auftritt auf dem Schlachtfeld belohnen.

Die Regeln und Szenarien

Das wunderschöne Hardcover-Regelbuch hat 208 Seiten und viele Illustrationen aus den HdR- und Hobbit-Filmen. Ich werde hier nicht groß auf die Regeln eingehen, sondern nur kurz sagen, dass das Spielsystem nicht so taktisch wie das Runewars-Miniaturenspiel ist, aber auch kein reines Glücksspiel. Es wird viel gewürfelt, aber nicht ganz so große Mengen an Würfeln wie bei Age of Sigmar oder Warhammer 40k, den anderen großen Systemen von Games Workshop.

Für mich liegt die Stärke des Middle-earth Tabletop-Spiels aber auch nicht in den Schlachten, in denen man Armeen mit einer festen Punktzahl gegeneinander antreten lässt, sondern in den thematischen Szenarien, die Szenen der Filme und Bücher in spielerischer Form nacherzählen.

So haben wir eine Reihe von vier Szenarien gespielt, die Reise der Gemeinschaft durch die Höhlen von Moria nacherzählt, vom Angriff des Wächters im See bis zur Flucht über die Brücke von Khazad-dûm.

Die Pelennor-Box selber enthält ein Heft mit 4 Szenarien zur namensgebenden Schlacht, die gleichzeitig als Tutorial fungieren. Schritt für Schritt wird man in die verschiedenen Aspekte der Regeln eingeführt, bis man im vierten Gefecht alle Regeln und Figuren aus der Box verwendet.

Das Regelbuch stellt eine Reihe von generischen Szenarien zur Verfügung, die man mit beliebigen Truppen spielen kann, aber dazu muss man sagen, dass die Armeelisten mit den Punktekosten für alle Figuren nicht enthalten sind. Dafür gibt es zwei weitere Bücher, eines für den Herrn der Ringe, das andere für den Hobbit, die getrennt gekauft werden müssen.

Sonstiges Material

Der Rest der Box ist eigentlich nur Beiwerk: zwölf kleine sechsseitige Würfel (sechs rot, sechs grün), zwei flexible Maßstäbe zum Messen von Reichweite und Bewegung (erstaunlich praktisch) und ein paar Pappmarker. Letztere sind eine Neuheit in dieser Ausgabe des Spiels, denn sonst kam GW immer ohne Marker auf dem Spieltisch aus. Allerdings sind sie wirklich ganz nützlich, wenn man Zustände wie „am Boden“ nicht nur das Hinlegen der Figuren selber markieren will.

Preis und Fazit

Für den Preis der Box muss man nur ein kurzes Rechenexempel an den Einzelpreisen durchführen, um zu sehen wie relativ günstig sie ist:

  • Regelwerk: 45€
  • Nazgûl auf Geflügeltem Schatten: 50€
  • Mordor-Troll: 32,50€
  • 36 Morannon-Orks: 34€
  • Theoden zu Fuß und Beritten: 25€
  • 12 Reiter von Rohan: 50€
  • 12 Krieger von Rohan: 17€
  • 20 Krieger der Toten: 34€

Das macht insgesamt 287,50€ gegenüber den €120 für die Box, und dazu bekommt man noch das Szenarien-Heft, die Würfel, Marker und Maßstäbe.

Das heißt natürlich nicht, dass das ganze eine billige Angelegenheit ist. Ist man einmal im Hobby drin, will man natürlich mehr Figuren, und die Preise für die sind bei Games Workshop nicht gerade niedrig. Dazu kommen die Kosten für die Bemalung und eventuell Geländebau. Das sollte man wissen, wenn man sich auf das Tabletop-Hobby einlässt.

Aber wenn man das tun will, dann ist die Box „Die Schlacht auf den Pelennor-Feldern“ ein großartiger Einstieg in das Middle-earth Tabletop-Strategiespiel, mit dem man den Ringkrieg auf der Ebene der Schlachten, Gefechte und Scharmützel ein weiteres Mal prima ausfechten kann. Mich hat es auf jeden Fall gepackt, und ich freue mich schon auf unsere geplante „Die Gefährten“-Kampagne, mit der wir das erste Buch bzw. den ersten Film einmal vom Aufbruch aus dem Auenland bis zum Zerfall der Gemeinschaft durchspielen wollen. Diese Herren warten auf ihren Einsatz…

Wir suchen „Beutlin“!

Ins rechte Licht gerückt – oder wie fotografiere ich meine Figuren?

Die Kommando-Einheit der Latari-Elfen

Setup
Meine sehr improvisierte „Fotostation“
Ich werde gelegentlich gefragt, wie ich meine Figuren fotografiere und für die Präsentation im Netz vorbereite. Da ich auch häufig über toll bemalte Miniaturen stolpere, die aber so dunkel oder unscharf fotografiert sind, dass man sie schlecht erkennen kann, will ich meine Methode hier zum Nachahmen oder als Startpunkt präsentieren. Ich bin alles andere als ein Profi im Fotografieren, und es gibt bestimmt jeden Menge bessere Methoden da draußen zu finden, aber irgendwo muss man ja mal anfangen.

Lampe
Meine verstellbare Lupenlampe
Das erste und wichtigste ist erst einmal das Licht, und zwar so viel wie möglich davon, besonders wenn man mit einer einfachen Kamera arbeitet wie ich. Wie oben zu sehen, benutze ich meine Lupenkamera, die ich auch zum Bemalen verwende, und stelle das Objekt auf und vor ein weißes Blatt Papier. Der ganze Hintergrund des fertigen Bildes sollte neutral-Weiß sein. Die Lampe kommt dabei so nah wie möglich an die Figuren heran, ohne der Kamera den Weg zu verstellen. Wenn das Licht nur aus einer Quelle kommt, ist es besonders wichtig diese so auszurichten, dass die Figur aus der Kameraperspektive gut ausgeleuchtet ist, und nicht z.B. das Gesicht im Schatten liegt.

Lumix
Meine Lumix FZ38 Systemkamera
Man braucht keine hochklassige Spiegelreflexkamera, um gute Figurenfotos zu schießen, aber mit einem Smartphone ist es schon etwas schwieriger, als mit einer richtigen Kamera, insbesondere weil die Kamera des Smartphones meistens nicht so viel Einstellmöglichkeiten hat. Dennoch geht es auch damit, man muss nur eventuell nachher noch etwas mehr nachbearbeiten.

Ich benutze eine sogenannte Systemkamera von Lumix, die ich von meiner Schwester geerbt habe, als sie sich etwas Besseres geleistet hat. Sie ist schon etwas älter und man bekommt solche Modelle gebraucht deutlich unter hundert Euro.

Makro
Makro-Einstellung und Weißabgleich
Die Kamera sollte man auf den Makro-Modus einstellen, der auf nahe, kleine Objekte abgestimmt ist. Smartphones unterscheiden da meist nicht, deshalb sollte man damit nahe an das Objekt gehen und den Autofokus auf die Figur einstellen (d.h. auf die Figur im Sucher tippen). Wenn die Kamera eine Funktion zum Weißabgleich anbietet, hilft es, diese auf das weiße Papier im Hintergrund anzuwenden, denn ansonsten wird die Figur sehr dunkel, und man muss sie in der Fotobearbeitung später noch mehr aufhellen.

Das rohe Foto
Das unbearbeitete, rohe Foto
Dann schießt man das eigentliche Foto. Ich benutze kein Stativ, sondern fotografiere einfach aus der Hand, aber je nach Figur lege ich Kamera manchmal auf dem Tisch auf. Ich empfehle da einfach ein bisschen auszuprobieren, was für euch am besten funktioniert. Es ist ja heute nicht mehr so, dass zwei oder ein paar hundert zusätzliche Bilder etwas kosten würden. Wie man an meinem Beispielbild hier sieht, kann das Bild durchaus mehr als den weißen Hintergrund umfassen – das bearbeiten wir gleich alles in Photoshop. Wichtig ist nur, dass die Miniatur scharf ist und nicht über den weißen Hintergrund hinausragt. Schießt auf jeden Fall ein paar Fotos, damit ihr euch das beste heraussuchen könnt.

Zugeschnittenes Foto
Das zugeschnittene Foto
Jetzt geht es vom Fototisch an den Rechner. Kopiert die Fotos von der Kamera auf euren Computer und öffnet sie in der Fotobearbeitung eurer Wahl. Ich benutze hier Photoshop, das ich von Berufs wegen besitze, aber es gibt reichlich kostenlose Software (meine Empfehlung ist Paint.NET) und Photoshop Elements bekommt man heutzutage auch zu einem sehr erschwinglichen Preis.

Der grausamen Blick der Kamera
In der Originalauflösung sieht man grausam jeden einzelnen kleinen Fehler auf der Figur
Seht euch die geschossenen Fotos an und sucht eins aus, das euch am Besten gefällt. Schneidet es auf den Hintergrund zurecht, so dass die Figur den Großteil des Bildes ausfüllt. Ich benutze immer ein Verhältnis von 4:3 oder 3:4 für meinen Ausschnitt. Dann skaliert das Foto auf eine vernünftige Größe herunter. Die heutigen Kameras machen so große Fotos, dass man viel zu viele Details erkennt, die das bloße Auge an der Figur überhaupt nicht mehr wahrnimmt (zumindest in meinem Alter). Ich empfehle eine Größe von 1200×900 (oder umgekehrt) Pixeln. Damit kann man auf dem Computerbildschirm alles erkennen, und es passt auf die meisten Monitore.

Helligkeit und Kontrast
Die Korrekturfunktion für Helligkeit und Kontrast in Photoshop
Dann heißt es, Farbe, Helligkeit und Kontrast der Fotos zu korrigieren. Hier kann ich keine allgemeingültigen Hinweis geben, denn das Aussehen eurer Fotos hängt zu sehr von der Kamera, der Beleuchtung und den Farben eurer Miniaturen ab. Aber zwei Hauptpunkte will ich zumindest kurz erwähnen. Mit der Funktion Helligkeit/Kontrast sollte ihr die besagten Eigenschaften des Fotos korrigieren, denn es wird meistens zu dunkel sein, außer ich habt sehr hochwertige Ausstattung (und dann wahrscheinlich über das Tutorial hier nur schmunzeln könnt). Wenn ihr einfach nur die Helligkeit hochschraubt, werden die Kontraste häufig zu stark, deswegen empfehle ich, gleichzeitig den Kontrast zu verringern.

Farbkorrektur
Farbkorrektur in Photoshop
Diese Korrektur kann schon für ein schönes Foto ausreichen, aber häufig sollte man die Farben noch anpassen. Mein Beispielbild ist zum Beispiel viel zu Gelb und Grün im Vergleich zum Original, und auch der weiße Hintergrund ist mir noch zu grau. Ich benutze dafür die automatische oder – wenn die es nicht richtig hinbekommt – selektive Farbkorrektur in Photoshop. Wichtig ist im Endeffekt nur, dass ihr die Version findet, die euch am besten gefällt und eure Figur am besten präsentiert.

Und damit seid ihr auch schon fertig. Speichert das fertig bearbeitete Foto und ladet auf den Kanal eurer Wahl ins Netz! Ich hoffe dieser kleine Artikel hat euch ein paar nützliche Tipps gegeben, für den Fall dass ihr eure Figuren im Netz präsentieren wollt. Wenn ja, schreibt die Links dorthin in den Kommentaren. Hier ist mein fertiges Foto:

Die Kommando-Einheit der Latari-Elfen
Die Kommando-Einheit der Latari-Elfen aus Runewars

Rezension: Die Krieger von Mittelerde

Box Cover für die Krieger von Mittelerde
Das Cover der Box von „Die Krieger von Mittelerde“
Es ist viel zu lange her, dass ich etwas zu meinem Lieblingsspiel geschrieben habe, und da ich letztlich noch einmal eine grandiose Partie mit der „Krieger von Mittelerde“ spielen konnte, nehme ich mir nun die Zeit, endlich eine Rezension zu selbiger zu verfassen. Wie immer sei angemerkt, dass ich als Playtester und Korrekturleser etwas voreingenommen an die Sache herangehe, aber mein Bestes gebe so objektiv wie möglich zu sein.

Übersicht

Die Krieger von Mittelerde (im folgenden KvM abgekürzt) ist die zweite Erweiterung für das Spiel „Der Ringkrieg“ von Ares Games (deutsch bei Asmodee). Wie schon „Die Herren von Mittelerde“ (HvM) greift sie Ideen aus der alten Erweiterung für die erste Edition des Spiels auf, setzt sie neu um und baut sie aus. Diesmal sind es die Fraktionen, d.h. kleinere Gruppierungen oder Mächte von Mittelerde, die keine eigenen Nationen sind, aber dennoch in die Schlachten des Ringkrieges eingreifen. Sie werden über neue Figuren, neue Würfel und viele neue Karten dargestellt, was diese Erweiterung deutlich umfangreicher als die erste macht. Das schlägt sich auch im Preis nieder; gegenüber der ca. €30 für HvM, muss man hier ungefähr €40 anlegen.

Die Box Im Vergleich
Die Boxen des Grundspiels und der beiden Erweiterungen.
Das Material

Die „Krieger“ kommen in einer doppelt so großen Box wie die „Herren“ daher. Diese ist damit aber immer noch deutlich kleiner als die des Grundspiels. Das Cover ziert ein weiteres grandioses Bild von John Howe: Die Zerstörung von Isengart durch die Ents, in der vielleicht besten Darstellung dieser Szene, die mir bisher überhaupt untergekommen ist.

Die Figuren
Die Figuren: Adler, Tote von Dunharg, Ents, Kankras Brut, Dunländer und Korsaren
In der Box finden sich 48 Plastikfiguren (6 Fraktionen a jeweils 8 Figuren), zwei neue Würfel, 8 neue Ereigniskarten, zwei Stapel a jeweils 20 Fraktionsereigniskarten, 12 „Zu den Waffen“-Karten und 6 übergroße Referenzkarten für die Fraktionen.

Auch bei diesen Figuren wiederholen sich ein paar Designs, die man vorher gesehen hat: Ents, Hügelmenschen und Korsaren kennen wir aus der Erweiterung der ersten Edition, und die Adler waren in dieser Gestalt in „Der Schlacht der Fünf Heere“ enthalten. Aber die Spinnen von Kankras Brut und die Toten von Dunharg sind ganz neu. Alt wie neu gefallen sie mir alle sehr gut und natürlich sind inzwischen auch alle zünftig bemalt, damit sie auf dem Tisch auch gut aussehen.

Die Würfel
Die Fraktionswürfel für die Freien Völker (grün) und den Schatten (orange).
Zwei neue Würfel sind dabei, einer für jede Seite. Sie sind sowohl in der Farbe als auch der Symbolik komplett neu, was die Möglichkeiten der Fraktionen auch optisch vom Rest des Spiels unterscheidet.

Die meisten Karten haben das übliche Tarot-Format des Ringkriegs, wobei die Fraktionsereigniskarten ihren eigenen Stabel bekommen und daher auch auf der Rückseite ein eigenes Symbol haben. Sehr gut gefällt mir, dass die meisten Karten auch auf der Vorderseite nach der Fraktion unterschieden sind, zu der sie gehören und zwar durch eine schwarz-weiße Illustration in der unteren Hälfte der Karten.

Referenzkarten
Die Fraktionen und ihre Referenzkarten
Aber das Highlight der Karten sind die überformatigen Referenzkarten für die Fraktionen, denn sie haben jede ein tolles Bild von John Howe spendiert bekommen. Auf der Vorderseite steht die Bedingung, mit der sie ins Spiel gebracht werden können. Wenn das geschieht, werden sie umgedreht und dienen als Regelreferenz für die Fraktion.

Zu guter Letzt enthält die Box noch das Regelheft (im selben schmalen Format wie bei HvM) und zwei Referenzblätter mit allen möglichen Würfelergebnissen und Aktionen. Praktischerweise sind da nicht nur die neuen Würfel drauf, sondern auch die aus dem Grundspiel und der ersten Erweiterung. So hat man alles an einem Ort.

Regelbuch und Referenzblätter
Regelbuch und Referenzblätter
Insgesamt ist das enthaltene Material gewohnt hochwertig, und die Menge rechtfertigt auf jeden Fall den höheren Preis gegenüber der HvM-Erweiterung. Daran ist also nichts auszusetzen, aber wie sieht es nun mit der praktischen Anwendung im Spiel aus?

Die Regeln

Die Krieger von Mittelerde liefern mit ihren verschiedenen Fraktionen ein neues Subsystem an Regeln und Komponenten für den Ringkrieg. Beide Seiten bekommen einen neuen Kartenstapel (die Fraktionsereigniskarten) von dem sie jeden Runde eine Karte ziehen. Sobald die erste Fraktion ins Spiel gebracht wurde, erhält ihr Spieler ab der nächsten Runde seinen Fraktionswürfel. Mit dessen Aktionen können neuen Figuren der Fraktionen ins Spiel gebracht und Karten vom jeweiligen Stapel gezogen und gespielt werden. Dabei sind die Fraktionsfiguren keine Armee-Einheiten, und obwohl sie manchmal mit Armee ziehen und diese unterstützen können, funktionieren sie doch meistens getrennt von den Einheiten. Sie sind auch alle unterschiedlich in ihren Möglichkeiten und Auswirkungen im Spiel.

Gemeinsam haben sie jedoch, dass man im Kampf ihre „Zu den Waffen“ Karten verwenden kann, wenn Figuren einer Fraktion in Reichweite sind. Diese funktionieren wie andere Kampfkarten in der Schlacht und können alternativ zu diesen gespielt werden, werden aber nach der Kampfrunde nicht abgelegt, sondern kommen wieder auf die Hand. Stattdessen muss man meistens eine Figur der Fraktion entfernen, um den Kampfeffekt auszulösen. Im Folgenden will ich jede der Fraktionen einmal kurz vorstellen.

Die Korsaren von UmbarDie Korsaren von Umbar

Die Korsaren können vom Schatten ins Spiel gebracht werden, sobald die Südländer und Ostlinge im Krieg sind. Mit Hilfe der Fraktionsereigniskarten können sie sich entlang der Küsten und des Anduin bewegen und dabei auch Truppen transportieren. Ein überfallartiger Angriff auf Dol Amroth ist nicht mehr ganz so möglich, wie mit ihrer Ereigniskarte aus dem Grundspiel, aber dafür sind sie flexibler einsetzbar. Ihre „Zu den Waffen“ Karten erlauben es, Nachschub aus einer Nachbarregion in die Schlacht zu holen, oder eine Belagerung fortzuführen ohne eine Elite-Einheit zu reduzieren. Das kann insbesondere bei der Belagerung von Minas Tirith ungeheuer nützlich sein

Die Dunländer
Die Hügelmenschen von Dunland
Die Dunländer

Die Dunländer stehen bereit sobald Saruman ins Spiel gekommen ist und sind leicht und zahlreich zu rekrutieren. Vor allen Dingen kann man sie auch direkt in einer Armee in Rohan einsetzen , so dass man sich die Anmarschwege für die Verstärkung spart. Sehr kampfstark sind sie nicht, aber mit ihren „Zu den Waffen“ Karten können sie dann als Kanonenfutter bei den Angriffen Isengarts verwendet werden, und einige Fraktionsereigniskarten erhöhen ihren Nutzen erheblich.

Kankras Brut
Kankras Brut
Kankras Brut

Im Gegensatz zu den beiden anderen Fraktionen des Schatten sind die Spinnen aus Kankras Brut auch bei der Jagd auf den Ring nützlich und nicht nur in der Schlacht. Mit den richtigen Karten kann man zusätzliche Jagdspielsteine ziehen oder direkt die Macht des Rings erhöhen. Auch der spezielle Jagd-Spielstein „Kankras Lauer“ kommt nun über diese Karten ins Spiel und nicht mehr über die normalen Ereigniskarten. In der Schlacht können die Spinnen eventuell zusätzlichen Schaden verursachen, oder Anführer und Gefährten der Stufe 1 töten – beides eher schwächere Kampfeffekte.

Die Adler des Nebelgebirges
Die Adler des Nebelgebirges
Die Adler des Nebelgebirges

Endlich haben auch die Freien Völker fliegende Figuren, die sich wie die Nazgul beliebig weit über das Spielbrett bewegen können! Die Adler sind sehr flexibel einsetzbar und können an den verschiedensten Orten ins Spielgeschehen eingreifen. Mit ein paar Karten unterstützen sie Gefährten und Ringträger, aber vor allen Dingen können sie im Kampf die Führung der Nazgul aufheben und eventuell den einen oder anderen zusätzlichen Treffer verursachen.

Bei dieser Gelegenheit kann ich auch erwähnen, dass die Figuren der Fraktionen ähnlichen Regeln wie die Armee-Einheiten unterliegen. Entfernte Figuren der Freien Völker sind für immer aus dem Spiel, so dass die Guten nie mehr als acht dieser Figuren im Spiel einsetzen können. Dagegen lassen sich die Figuren des Schatten immer wieder neu rekrutieren, so dass sie theoretisch unbegrenzt einsetzbar sind.

Die Ents von Fangorn
Die Ents von Fangorn
Die Ents

Die Fraktion der Ents ersetzt im Prinzip die drei Ereigniskarten aus dem Grundspiel, die Angriffe auf Orthanc erlauben. Stattdessen kann man nun die Ents an verschiedenen Schauplätzen einsetzen und zum Beispiel bei der Verteidigung Loriens helfen, Minas Tirith zu Hilfe kommen oder sogar Dol Guldur angreifen. Eine Fraktionsereigniskarte erlaubt es sogar einen Ableger des Entwalds im Alten Wald zu bilden und vielleicht die Huorns ins Auenland marschieren zu lassen. Im Kampf können die Ents furchtbare Schläge gegen den Schatten ausführen, oder einen Kampf nach der Runde abbrechen, so dass die Freien Völker eventuell wertvolle Zeit gewinnen können.

Die Toten von Dunharg
Die Toten von Dunharg
Die Toten von Dunharg

Eine der vielleicht mächtigsten aber auch eingeschränktesten Fraktionen sind die Toten von Dunharg. Sie können nur ins Spiel gebracht werden, wenn sie Streicher/Aragorn in der Nähe von Erech aufhält. Aber einmal im Spiel können sie einen Angriff des Schatten auf Dol Amroth leicht zu einer zum Scheitern verdammten Unternehmung machen, und auch bis Pelargir und Minas Tirith marschieren, um dort im Kampf Einheiten des Schatten zu vernichten, oder den Kampf abrupt zu beenden.

Fraktionsereigniskarten
Fraktionsereigniskarten für die Dunländer und die Adler
Abgesehen von den „Zu den Waffen“ Karten werden alle Fähigkeiten der Fraktionen über die Fraktionsereigniskarten ausgelöst. Das macht einen natürlich abhängig davon, welche dieser Karten man zieht. Dafür enthält der Stapel auch einige Karten, mit den man ihn manipulieren kann: mehrere Karten ziehen und alle bis auf eine ablegen, nach bestimmten Karten in der Ablage suchen, usw. Außerdem wird dieser Stapel als einziger wieder neu gemischt, wenn er aufgebraucht ist. So stellt das Spiel sicher, dass alle Fraktionen eingesetzt werden können und nicht aus Mangel an passenden Karten völlig außen vor bleiben. Es ist aber durchaus so, dass je nach den Umständen eines Spiels nicht alle Fraktionen ins Spiel eingreifen. In einer Partie mögen nur Korsaren und Adler eine Rolle spielen, in einer anderen sind dafür die Ents und Kankras Brut im Einsatz.

Der Weg nach Westen
Der Weg nach Westen ist weit… aber vielleicht nicht ganz so gefährlich.
Neben den Fraktionsereignis- und „Zu den Waffen“ Karten gibt es noch eine Handvoll neuer „normaler“ Ereigniskarten, die als Ersatz für Karten dienen, die wie die Ent-Karten nun über die Fraktionen funktionieren. Eine will ich gesondert erwähnen: Mit „Der Weg nach Westen“ kann man die Gemeinschaft einen völlig neue Route nach Mordor einschlagen lassen: Zu den Grauen Anfurten und dann mit dem Schiff nach Gondor. Aber auch da droht Gefahr, denn die Korsaren von Umbar können diese Route empfindlich stören!

Errata

Ich will nicht verschweigen, dass sich diesmal bei der Übersetzung leider ein paar Fehler auf den Karten eingeschlichen haben. Die Errata findet ihr natürlich auf dieser Seite, sowie auch den Download der korrigierten PDFs und ein paar Hinweise, wie ihr diese Korrekturen auf euren Karten einarbeiten könnt.

Die Spinnen jagen die Ringträger
Kankras Brut jagt die Ringträger und setzt ihnen sehr zu.
Fazit

Mehr noch als die Herren von Mittelerde, bringen die Krieger ein ganz neues Element in das Spiel ein. Man hat nun drei Stapel von Karten und bis zu zehn auf der Hand, so dass man einige zusätzliche Optionen zu bedenken hat. Das verlängert das Spiel etwas, und mag für eher unerfahrene Spieler ein bisschen überfordernd sein. Aber für versierte Ringkrieg-Spieler eröffnen sich ganz neue Strategien und Möglichkeiten, die das Spielerlebnis erheblich erweitern können. Im Gegensatz zur Erweiterung der ersten Edition, in der zum Beispiel die Korsaren wenig nützlich waren, haben hier alle Fraktionen ihre Funktion und können je nach Spielverlauf sehr wichtig sein. Schön finde ich, dass nicht immer alle im Spiel sein müssen, so dass die Partien sich noch variabler gestalten können.

Die Regeln für Kankras Brut
Die Regeln für Kankras Brut
Die Autoren schaffen es auch diesmal, die Stimmung der Vorlage kongenial einzufangen. Alle Option der Fraktionen wirken glaubhaft für Mittelerde und den Herrn der Ringe. Ja, die Armee der Toten ist mächtig, aber sie wird nicht im Alleingang die Armeen Saurons vernichten und mal eben die Belagerung von Minas Tirith beenden. Und die Adler sind sehr nützlich gegen die Nazgûl, aber sie werden nicht die Gemeinschaft auf direktem Weg nach Mordor fliegen (oder doch?).

Wie immer beim Ringkrieg sage ich, dass das Grundspiel schon so gut ist, dass man die Erweiterung nicht braucht, um ein großartiges Spielerlebnis zu haben. Aber wer ein bisschen mehr Abwechslung ins Spiel bringen oder einfach mehr Strategien ausprobieren möchte, kann mit den Kriegern von Mittelerde nichts falsch machen. Von mir aus also auf jeden Fall eine Empfehlung für jeden Ringkrieg-Fan!

Ich benutze daher diese Erweiterung, wenn ich ein etwas längeres Spiel mit mehr taktischen Varianten möchte. Wenn ich eher eine schnellere, geradlinige Partie möchte, spiele ich eher das Grundspiel. Die Herren von Mittelerde lassen sich auch prima mit den Kriegern kombinieren, aber damit habe ich noch keine größeren Erfahrungen gesammelt.

Der Inhalt
Der Inhalt der Krieger von Mittelerde (englische Box)

Limited Edition „Warriors of Middle-earth“

WoME Limited Edition
Das Cover der LE und eine Vorschau der bemalten Figuren.
Ab sofort kann man die limitierte Edition der Ringkrieg-Erweiterung „Warriors of Middle-earth“ bei Ares Games vorbestellen. Es handelt sich dabei um die englische Version der „Krieger von Mittelerde“, was natürlich für die enthaltenen bemalten Figuren unerheblich ist. Je nach Anzahl der Vorbestellungen wird es zwischen 1200 und 2400 Exemplare dieser Edition geben und es kann nur ein Exemplar pro Adresse bestellt werden. Der Preis beläuft sich auf US$154.58 plus $15 Versand für Deutschland.

Da schon die Anniversary Edition nicht auf Deutsch erschienen ist, gehe ich zur Zeit nicht davon aus, dass es eine deutsche Variante geben wird. Aber ich versuche auf jeden Fall, von den Heidelbären bzw. Asmodée eine Auskunft zu bekommen.

EDIT: Ich habe die Bestätigung von Asmodée bekommen, dass es zur Zeit keine Pläne gibt, eine deutsche Version dieser limitierten Ausgabe zu produzieren.