Gespielt – Dune: War for Arrakis (Preview)

Dune: War for Arrakis läuft gerade auf Kickstarter

Einige, die den Ringkrieg kennen und lieben, werden es schon mitbekommen haben: Zwei der Autoren (Francesco Nepitello und Marco Maggi) haben ein neues Spiel entworfen, das einige Parallelen zum Ringkrieg aufweist und eine ähnlich beliebte IP bedient. Es handelt sich um Dune: War for Arrakis. Das Spiel wird von CMON über Kickstarter veröffentlicht, und der KS läuft nur noch etwas über zwei Tage.

Da das Spiel als Vorabversion über den Tabletop Simulator verfügbar ist, hatte ich das Vergnügen, es schon ein paar mal mit alten Ringkrieg-Freunden auszuprobieren. Eigentlich wollte ich daraus eine ausführliche Vorstellung basteln, aber da der KS nur sehr kurz läuft (8 Tage), werde ich das aus zeitlichen Gründen nicht mehr schaffen. Deshalb gibt es hier nur ein paar schnelle Eindrücke von den ersten paar Partien.

Atreides und die Fremen gegen Harkonnen und Corrino

Das Spiel

Dune: War for Arrakis ist ein klassisches 2-Spieler Strategiespiel, ganz in der Tradition von Spielen wie Der Ringkrieg und Rebellion, und stellt den Konflikt zwischen den Familien der Atreides und der Harkonnen um den Planeten Arrakis dar, und zwar in der Zeit nach dem Tod von Herzog Leto Atreides, als sein Sohn Paul und seine Frau Jessica in die Wüste geflohen sind, und Paul zum Anführer und Mahdi der Wüstenbewohner, der Fremen, wird.

Wüstenkriege

Es ist asymmetrisch, wobei die Harkonnen zu Beginn die stärkere Position haben, mit mehr konzentrierten Truppen auf dem Brett und mehr Aktionswürfeln zur Verfügung. Verschiedene Charaktere kommen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ins Spiel und haben meistens zwei Funktionen: Erstens verbessern sie die Standardaktionen, denen sie zugeordnet sind, und zweitens dienen sie als bessere Anführer für die Armeen ihrer Fraktion.

Die Atreides kontrollieren die Wüste um die zentrale Polarregion (wo die Harkonnen im Vorteil sind). Sie und die verbündeten Fremen sind in der Wüste sehr viel beweglicher (da sie die Sandwürmer als Reittiere benutzen können) und werden nicht von Angriffen der Würmer und Stürmen betroffen, die die Legionen der Harkonnen schnell auffressen, wenn diese draußen in der Wüste bleiben.

Asymmetrische Siegbedingungen

Die Harkonnen gewinnen das Spiel, indem sie die Siedlungen der Fremen (Sietches) zerstören und dadurch „Supremacy“ ansammeln. Die Atreides müssen dagegen eine Variable Anzahl an Prophezeiungspunkten in drei verschiedenen Kategorien ansammeln. Wieviel sie von welcher Kategorie benötigen wird durch eine zufällige Karte am Anfang des Spiel bestimmt, die nur der Spieler der Atreides kennt, so dass die Harkonnen nie genau wissen, was ihre Gegner bezwecken.

Um ihre Optionen offen zu halten und keine Aktionswürfel zu verlieren, müssen die Harkonnen genug Spice ernten und drei imperiale Fraktionen „bezahlen“. In meinem ersten Spiel war meine erfolgreiche Strategie mit den Atreides zum Beispiel, die Erntemaschinen (Harvester) der Harkonnen zu zerstören, und so eine Abwärtsspirale aus weniger und weniger Aktionen in Gang zu setzen.

Wer einen tieferen Einblick in das Spiel haben möchte findet ein hier ein Video von Kristofer Bengtsson (auch ein Ringkrieg-Veteran), mit dem ich gespielt habe, und dessen Einschätzung ich im Großen und Ganzen teile:

Erste Eindrücke

Was ich mag: Das schnelle Gameplay. Es geht sofort los und man ist mitten im Gefecht um Dune, ohne große Aufbauzeit und Manövrieren wie in anderen Strategiespielen. Die duale Natur der Charaktere, und wie sie die Standardaktionen modifizieren. Die taktische Balance zwischen dem Kampf um die Siedlungen und der Produktion von Spice auf der Seite der Harkonnen und zwischen der Verteidigung und der Erfüllung der Prophezeiungen bei den Atreides. Die „Desert Power“ der Atreides ist wie das Spiel insgesamt SEHR thematisch.

Was ich nicht so mag: In der Vorabversion fühlten sich die Prophezeiungskarten nicht sehr prophetisch an, weil sie von Runde wechselten und nicht vorhersehbar waren. Die Kämpfe waren sehr tödlich und nicht sehr abwechslungsreich, da die Kampffunktion der Karten immer gleich ist (+1 Würfel für das Abwerfen einer Karte). Dazu muss ich sagen, dass ich inzwischen in Kontakt mit den Designern bin, und diese aktiv an Regeländerungen zu diesen Punkten arbeiten. Ich bin mit bei den Testern für diese Änderungen, und sie sehen schon sehr gut aus.

Der Preis

Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Kickstarter und zum Preis. Zum Basispreis von $110 (der für das umfangreiche Material sicherlich gerechtfertigt ist), kommen noch die 19% MwSt. und $48-$62 (geschätzte) Versandkosten hinzu. Und inzwischen gibt es auch Add-ons, die man sich für zusätzliche Kosten ($30-$40) dazu holen kann. Das ist eine stattliche Summe, und jeder muss selber wissen, ob es ihm das Geld wert ist.

Das Spiel kommt auf jeden Fall auch in den normalen Handel, und wenn man auf die Kickstarter Exclusives verzichten kann (die größtenteils kosmetisch sind), wird man es darüber sicherlich etwas günstiger bekommen.

Die Box – Irgendwann werde ich sie in den Händen halten.

Fazit

Mir haben die vier Partien, die ich gespielt habe, sehr viel Spaß gemacht. Das Thema Dune ist hervorragend umgesetzt, und wenn ich auch noch ein paar kleine Vorbehalte zum Gameplay habe, weiß ich, dass die Autoren daran feilen und die anstehenden Änderungen sehr vielversprechen aussehen. Auch wenn ich den KS angesichts des hohen Preises nicht uneingeschränkt empfehlen kann, werde ich mir das Spiel sicher auf die eine oder andere Weise holen, sei es, dass mich der KS doch noch überzeugt, oder ich auf die Version für den Spielehandel warte.

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