Ringkrieg 2. Edition – Brauch ich die?

Viele Fans des Ringkriegs, die schon die 1. Edition des Spiels besitzen, stehen jetzt vor der Frage, was sie mit der 2. Edition machen. Ist sie es wert, ein komplett neues Spiel zu kaufen? Wie sieht es mit der Erweiterung aus? Ist sie kompatibel mit der 2. Edition? Was hat es mit dem dem „Upgrade Kit“ für die 2. Edition auf sich? Und was ist, wenn ich sogar die Collector’s Edition habe? Ich will versuchen, im Folgenden die wichtigsten Fragen dazu zu beantworten, um allen ausreichende Fakten für eine Antwort (die sich jeder selbst geben muss) an die Hand zu geben.

Anmerkung: Mir liegt zur Zeit, neben der elektronischen Version der deutschen Regeln und der letzten Korrektur-Fassung der Karten, die englische Ausgabe der 2. Edition vor. Alle Hinweise zum Material beziehen sich darauf. Da die deutsche Ausgabe aber im selben Durchlauf wie der Reprint der englischen produziert wird, erwarte ich, dass es in dieser Hinsicht keine Unterschiede geben wird.

Was hat sich von der 1. zur 2. Edition geändert?

Der neue Spielplan

Vorneweg sollte ich sagen, dass das Spiel grundsätzlich das gleiche geblieben ist. Wer die 1. Edition kennt, wird sich auch im neuen Ringkrieg schnell zurecht finden. Die Unterschiede sind entweder kosmetisch oder liegen in den Details.

Die Änderung, die als erstes ins Auge springt, ist der neue Spielplan. Er ist genauso groß wie der alte, benutzt aber die neue grafische Gestaltung, die schon in der Collector’s Edition Anwendung fand. Ob diese schöner ist als die alte ist Geschmackssache, aber sie ist auf jeden Fall praktischer, weil darauf geachtet wurde, dass alle Regionen möglichst viel Platz auch für große Armee haben. Übersichtlicher ist sie auch, weil Dinge wie Festungen und Siedlungen besser hervorgehoben sind. Grundsätzlich kann man die 2. Edition aber auch prima mit dem Brett der 1. spielen. Mit der neuen Übersetzung haben sich zwar einige Namen von Regionen geändert, das betrifft aber kaum Regionen, die auf Karten referenziert werden, so dass es den Spielfluss nicht behindert.

CE vs 1. Edition

Die zweite, größte und vielleicht wichtigste Änderung sind die neuen Karten. Im selben Format wie die Karten der Collector’s Edition haben sie vor allen Dingen einen großen Vorteil gegenüber der 1. Edition: Sie sind lesbar! Vorbei sind die Zeiten, wo man den Text teilweise mit der Lupe entziffern musste. Entscheidend ist aber auch, dass die Karten (wie die Regeln) komplett neu übersetzt wurden, und damit all die ärgerlichen Fehler aus der 1. Edition ausgemerzt wurden. Ich will nicht ausschließen (auch wenn ich selbst daran beteiligt war), dass sich auch ein Fehler in die neue Auflage eingeschlichen hat, denn ich habe die fertigen neuen deutschen Karten noch nicht gesehen. Aber ich bin zuversichtlich, dass Fehler absolut minimiert sind. Um die neuen Karten kommt also nicht herum, wenn man den aktualisierten Ringkrieg spielen will, und da kommt dann das Upgrade Kit ins Spiel. Dazu später mehr.

Vergleich Nazgul

An den Miniaturen hat sich nicht viel getan. Die Gollum-Figur, die es ursprünglich als Beilage in der Spielbox (und dann auch in der Collector’s Edition) gab, ist enthalten, ebenso wie die Nazgûl im neuen und standfesteren Design. Die alten tendierten zum Umfallen, wenn man sie nicht mit einer 2-Cent Münze oder ähnlichen beschwerte. Bei mir bleiben die alten (selbst bemalten) Nazgûl im Einsatz, aber funktional unterscheiden sie sich im Spiel nicht.

Die neuen Würfel sind etwas besser lesbar als die der 1. Edition, zumindest was die blauen Würfel der Freien Völker angeht. Dafür gefiel mir die Haptik der alten etwas besser, aber das ist hauptsächlich Geschmackssache. Der einzige wirkliche Minuspunkt für die 2 Edition – und das ist nur ein kleiner – sind die neuen Kampfwürfel (normale weiße Sechsseiter). Die sind sehr klein und ungewöhnlich, mit einem dicken, fetten Punkt für die Eins. Sie wirken billig. Da sie aber durch beliebige andere sechsseitige Würfel ersetzt werden können (von Kniffel-Würfel bis zu denen der 1. Edition), fällt das kaum ins Gewicht.

Würfel

Das übrige Spielmaterial, sprich die verschiedenen Pappmarker, ist gegenüber der 1. Edition unverändert, außer das der Druck etwas sorgfältiger gewesenen zu sein scheint, und alle Grafiken schön mittig und passend platziert sind.

Und dann gibt es da natürlich noch die Regeln. In der 1. Edition stellte sich nach einiger Zeit heraus, dass der Schatten einen gewissen Vorteil im Spiel genoss. Von erfahrenen Spielern wurden Strategien entwickelt, die den Freien Völkern kaum eine Chance ließen. Die Erweiterungsregeln behoben dieses Problem zwar zu einem gewissen Grad, eröffneten aber neue Problemfelder und veränderten das Spielgefühl teilweise stark. Mit der 2. Edition haben die Autoren die Chance genutzt, an ein paar Stellschrauben zu drehen, um schon das Grundspiel wieder ausgeglichen zu gestalten. So wie es bisher aussieht, ist ihnen das sehr gut gelungen.

Die Regeländerungen sind gering, und ich will sie hier nicht im Detail auflisten, denn sie können in den frei verfügbaren Regeln nachgelesen werden. Es sei nur soviel gesagt: Gandalf der Graue wurde etwas gestärkt, der Hexenkönig geschwächt, und der Schatten kann die Jagd nach dem Ring nicht mehr komplett ignorieren, wenn sich die Ringgemeinschaft bewegt. Außerdem wurden die Hobbits wieder mehr ins Spiel gebracht, und eine Menge Karteneffekte wurden leicht angepasst. Einige Spielsituationen wurden klarer geregelt.

Wand aus Schildern

Der Heidelberger Spieleverlag hat die Gunst der Stunde genutzt, um eine komplett neue Übersetzung zu erstellen, ohne die alte als Grundlage zu verwenden. Ich habe das sehr begrüßt, da ich mit der ersten Übersetzung in vielen Dingen (Wortwahl, Organisation) unzufrieden war, und sie auch einige Fehler enthielt. So wurde zum Beispiel aus einem alten „Rekrutierungs-Würfelwurfergebnis“ ein „Rekrutierungswürfel“, die „Korrumpierung“ der Ringträger ist nun die „Macht des Rings“, und aus „Günstlingen“ wurden „Schergen“. Auch die Karten wurden komplett neu übersetzt und die alten Fehler ausgemerzt. So wird es nun keine „Wand aus Schildern“ mehr geben, sondern nur noch den „Schildwall“.

Die neue deutsche Regel muss aber nicht käuflich erworben werden, sondern steht jeden frei zum Download zur Verfügung, und zwar auf der Webseite des Heidelberger Spieleverlags.

Die Blechbox

Was hat es mit dem Upgrade Kit auf sich?

Das Upgrade Kit für den Ringkrieg beinhaltet einfach den kompletten neuen Kartensatz der 2. Edition. Zusätzlich gibt es genug Kartenhüllen, um alle vor Verschleiß und Verschmutzung während des Spiels zu schützen, und eine hübsch gestaltete Blechbox zur Aufbewahrung.

Da man die Regeln kostenlos herunterladen kann, und alle anderen Spielmaterialien einfach übernommen werden können, kann man mit 1. Edition plus Upgrade Kit die neue Version problemlos spielen. Auf die Gollum-Figur kann man im Spielverlauf leicht verzichten und die Änderungen an den Namen auf dem Spielplan sind klein genug, dass sie nicht ins Gewicht fallen. Ich glaube die einzige Region deren Name wesentlich geändert wurde, und die auf einer Karte Erwähnung findet, ist „Bruchtal“, das in der 1. Edition noch „Imladris“ hieß.

Das Upgrade Kit kann, wie die 2. Edition selbst, über den Brettspielladen eurer Wahl bezogen werden. Es erscheint gleichzeitig mit dem eigentlichen Spiel.

Kann ich die Erweiterung mit der 2. Edition zusammen spielen?

Der Balrog

„Das Ende des Dritten Zeitalters“ war die Erweiterung des Grundspiels aus der Box „Die Schlachten des Dritten Zeitalters“, mit der unter anderem die Ents, Galadriel und Balrog als eigene Figuren ins Spiel gebracht wurden. Theoretisch wäre es möglich, diese Regelerweiterung auch in die 2. Edition einzubringen, aber da sie auf eine Stärkung der Freien Völker zugeschnitten ist, und das Ungleichgewicht des Grundspiels in der 2. Edition behoben wurde, würde man dadurch eine Bevorteilung der Freien Völker erreichen.

Diese ist zwar klein genug, dass sie dem Gelegenheitsspieler möglicherweise kaum auffallen würde, aber man hat ein anderes Problem: Die Größe der Karten. Auch im Upgrade Kit sind keine neuen Versionen der Karten aus der Erweiterung enthalten, so dass es sie nicht im Format der 2. Edition gibt – außer in der Collector’s Edition. Aber selbst mit denen gibt es ein Problem, denn diese haben einen schwarzen Kartenrand, im Gegensatz zum weißen der 2. Edition.

Grundsätzlich muss man daher sagen, dass sich die 2. Edition nicht mit der Erweiterung zusammen verwenden lässt. Dafür sind aber neue Erweiterungen für den Ringkrieg in Arbeit, in der diese und neue Charaktere und Fraktionen wieder auftauchen werden. Die erste einer Reihe neuer Erweiterungen wurde unter dem Titel „Lords of Middle-earth“ schon bei Ares Games angekündigt.

Persönlich vermisse ich die zusätzlichen Optionen aus der Erweiterung bisher nicht. Die 2. Edition ist in sich rund ausgeglichen und variabel, so dass keine Langeweile aufkommt, und einige Auswirkungen der Erweiterungsregeln waren sowieso nicht ganz nach meinem Geschmack.

Ich habe schon die Collector’s Edition – brauche ich da die 2. Edition?

Für die Collector’s Editon gilt im Prinzip das gleiche wie für die „normale“ 1. Edition: Wenn man sich das Upgrade Kit holt, kann man mit dem alten Material auch die neue Edition spielen. Da die CE auch schon die verbesserten Komponenten enthielt (schönere Pappmarker, besserer Spielplan, usw.) kann man hier noch leichter auf die volle 2. Edition verzichten. Wenn man aber häufiger außer Haus spielt und das „gute Stück“ nicht unbedingt dem Transport aussetzen möchte, bietet sich natürlich der Kauf einer Vollversion an – dann kann auf dem transportableren Brett der 2. Edition mit den bemalten Figuren der Collector’s Edition spielen.

Kartenvergleich

Leider gilt auch für die Collector’s Edition, dass die Erweiterungsregeln, die dort ja separat enthalten sind, nicht oder nur schwer mit der 2. Edition kombinieren kann. Aber natürlich kann man dort jederzeit auf die Karten und Regeln der 1. Edition zurückgreifen ohne auf die größeren, lesbaren Karten verzichten zu müssen. Wenn man diese ebenfalls mit Kartenhüllen und Blechbox schützen möchte, kann man die auch separat vom Upgrade Kit erwerben.

Und was würdest du kaufen?

Ich bin in der glücklichen Lage, wegen meiner Korrekturarbeit an der 2. Edition eine Belegexemplar des Spiels zu bekommen. Aber natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, was ich mir den angeschafft hätte, wenn das nicht der Fall wäre.

Als Vielspieler (auch wenn meine Partien Ringkrieg meistens Online ablaufen) und Besitzer der 1. Edition (plus Erweiterung) , hätte ich mir auf jeden Fall
die 2. Edition als volles Spiel besorgt. Das neue Spielbrett ist nämlich wirklich sehr gut, und der zweite Satz Miniaturen ist für mich auch nützlich, wenn ich eine Figur vielleicht nochmal neu bemalen möchte. Würde ich nur gelegentlich den Ringkrieg spielen, hätte ich es wahrscheinlich beim Upgrade Kit und dem Download der neuen Regeln belassen, denn das reicht völlig, um in den Genuss der neuen Regeln zu kommen.

Als Besitzer der Collector’s Edition stellt sich das ganze nochmal etwas anders dar. Wenn man wirklich regelmäßig mit der CE spielt, reicht eigentlich der Upgrade Kit, denn an sonstigem Material ist in der CE alles so gut wie oder besser als in der 2. Edition. Andererseits ist die CE auch sehr sperrig und schwer auf einem Tisch unterzubringen. Wenn man da Probleme hat, lohnt sich vielleicht der Kauf des vollen Spiels.

Aber was rede ich mir eigentlich ein? Wenn ich es nicht so bekommen hätte, wäre es im Endeffekt sowieso die volle 2. Edition geworden, plus eine Box mit Kartenhüllen, plus…. Es ist eben mein Lieblingsspiel.

Upgrade Kit

Anfängertipps: Der Schatten

Die folgenden Tipps zur Strategie des Schattenspielers sind für Neulinge des Spiels gedacht. Sie zielen nicht darauf ab, euch sofort zu einem Experten des Ringkriegs zu machen, sondern euch ein sinnvolles Spiel zu ermöglichen, bei dem ihr die grundlegenden Facetten des Spiels kennenlernen könnt. Gegen einen erfahrenen Spieler werdet ihr damit wahrscheinlich nicht konkurrieren können, aber zumindest wird er euch vielleicht nicht überrollen, und einem anderen Neuling könnt ihr sicherlich Paroli bieten.

Augen, Augen, Augen oder Die Jagd nach dem Ring

Jagdwürfel
2 Augen für die Jagd

Die erste Entscheidung, die ihr im Spiel treffen müsst, ist wie viele Augen ihr der Jagd zuweist. Eigentlich ganz einfach: Normalerweise ein bis zwei; einen zu Beginn des Spiels, gegen später vielleicht auch mal zwei. Wichtig ist für euch, zu Anfang genug Rekrutierungswürfel zu bekommen, um Eure Nationen in den Krieg und die Schergen auf das Brett zu bekommen. Jedes Auge das ihr der Jagd zuweist oder würfelt, kann so ein Ergebnis nicht mehr bringen. Andererseits ist es auch schlecht, gar kein Auge in der Jagd zu haben, denn das erlaubt der Gemeinschaft vielleicht eine ungehinderte Bewegung über viele Regionen.

Die Situation ändert sich, wenn die Gemeinschaft Mordor erreicht. Wenn die Macht des Rings schon sehr hoch ist, wollt ihr möglichst viele Würfel in der Jagd haben, damit ein gezogenes Auge-Jagdplättchen der Gemeinschaft richtig weh tut. Wenn dagegen die Macht des Rings keine große Rolle spielt, sondern ihr die Chance habt, 10 Siegpunkte zu erreichen, bevor die Ringträger überhaupt die Schicksalsklüfte zu erreichen, dann weist der Jagd so wenig Würfel wie möglich zu. Ein Jagdplättchen muss die Gemeinschaft in Mordor sowieso ziehen.

Helme sind wertvoll – zu Beginn des Spiels

Je eher ihr eure Schergen – und damit zusätzliche Aktionswürfel – ins Spiel bekommt, umso besser. Außerdem müssen eure Nationen im Krieg sein, damit ihr überhaupt rekrutieren und angreifen könnt. Deshalb macht am besten folgendes mit den ersten drei Rekturierungsaktionen:
1. – Isengard in den Krieg
2. – Saruman rekrutieren (das gibt des ersten neuen Würfel)
3. – Saurons Nation in den Krieg
Sobald die erste Nation der Freien Völker im Krieg ist, könnt ihr dann den Hexenkönig für den nächsten Würfel rekrutieren.

Saruman und Wolfsreiter
Saruman mustert seine Wolfsreiter

Und dann? Na ja, das kommt drauf an. 2 Rekrutierungswürfel braucht ihr auf jeden Fall, um die Südländer und Ostlinge in den Krieg zu bringen – das schadet also nie. Sarumans Stimme ist eine sehr effektive Methode, Einheiten zu rekrutieren. 2 Nazgûl sind auch nicht zu verachten, und denkt daran, dass alle Rekrutierungs-Ereigniskarten auch mit einem solchen Würfel gespielt werden können. Eine Standard-Rekrutierung für zwei reguläre oder eine Elite-Einheit sollte eher die Ausnahme sein.

Gegen Ende des Spiels, wenn die Gemeinschaft in Mordor ist oder alle Nationen im Krieg sind, solltet ihr so bald wie möglichen einen Rekrutierungswürfel benutzen, um Saurons Mund und damit euren letzten Würfel zu holen. Nicht zuletzt, weil der Mund nämlich einen Rekrutierungs- in einen Armeewürfel umwandeln kann, den ihr zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich erheblich dringender braucht.

Unter wehenden Bannern – zum Angriff!

Verschwendet nicht zu viel Zeit damit, eure Armeen für den Angriff hochzurüsten. Das meiste, was ihr braucht, habt ihr schon auf dem Brett. Zwei bis drei Musterungen mit Sarumans Stimme, ein oder zwei Rekrutierungskarten an der richtigen Stelle und schon kann es losgehen. Wenn ihr zwei eurer Hauptarmeen vereint, habt ihr oft genug militärische Macht, um ein bestimmtes Ziel zu unterwerfen:
– Die Armee Mordors und die Südländer können zusammen Gondor angreifen.
– Isengards Truppen und Dol Guldurs Garnison können Rohan unterwerfen (vielleicht auch Saruman alleine, aber das ist ein bisschen riskant).
– Mit ein bisschen Musterung können Moria und Dol Guldur einen Angriff auf Lorien wagen.
– Dol Guldur oder eine Hälfte der Armeen Mordors plus die Ostlinge können gegen den Nordosten (Thal, Erebor, Waldlandreich) vorgehen. Ja, auch aus Mordor ist man schnell in Thal.

Angriff auf Gondor
Angriff auf Gondor

Dafür braucht ihr Armeewürfel. Personenwürfel gehen natürlich auch, aber da ihr mit einem Armeewürfel zwei Armeen bewegen könnt, seid ihr mit ihnen doppelt so schnell aufmarschiert (aber dran denken: mit einem Würfel darf eine Armee nicht zweimal bewegt werden). Verzettelt euch nicht, sondern konzentriert euch auf ein regionales Ziel. Dabei solltet ihr darauf achten, alle Rekrutierungspunkte der Gegend zu besetzen, damit die Freien Völker nicht für einen Gegenschlag rekrutieren können. Das ist unter Umständen wichtiger als eine belagerte Festung zu erobern – das kann warten.

Schwerter für Mordor – oder was mache ich mit meinen Nazgûl?

Nazgûl haben für den Schatten drei wichtige Funktionen:
1. Sie erlauben Wiederholungen bei Jagdwurf, wenn sie bei der Gemeinschaft stehen (aber einer reicht dafür völlig)
2. Sie geben Führung für Schattenarmeen.
3. Ganz viele Kampfkarten sind nur spielbar, wenn Nazgûl im Kampf anwesend sind. Das ist nicht zu unterschätzen!

Die Nazgul
Fühlt er sich wohl einsam?

Glücklicherweise sind unsere geflügelten Freunde ungeheuer beweglich. Ein Personenwürfel lässt sie alle über das ganze Brett flitzen. Sie können (fast) immer dort sein, wo man sie braucht. Daraus folgt: Benutze die Charakterwürfel einerseits, um wenn möglich einen Nazgûl auf die Position der Gemeinschaft zu stellen und um die Führung der Armee, die als nächstes angreifen soll zu maximieren.

Außerdem können viele wichtige Charakter-Ereigniskarten mit diesen Würfeln gespielt werden. Und im Notfall kann man mit ihnen natürlich auch eine Armee mit Anführern bewegen oder mit dieser angreifen.

Blick in die Ferne – der Palantir

Das Palantir-Ergebnis ist das ungeliebte Stiefkind des Schatten. Wenn man es würfelt, hat man gerade nicht die passende Karte, aber wenn man es unbedingt braucht, ist es gerade nicht da. Grundsätzlich ist es schwer, Tipps für das Spielen von Karten zu geben, weil es so situationsabhängig ist. Ein paar Karten solltet ihr unbedingt spielen, und zwar alle vier speziellen Jagdplättchen des Schatten. Die können in der Schlussphase des Spiels entscheidend sein.

Der Ring gehört mir!
Der Ring gehört mir!

Rekrutierungskarten sollten ihr dort spielen, wo ihr kämpfen wollt. Truppen am Gundabadberg nützen euch nichts, wenn ihr in einen Kampf in Gondor und Rohan verwickelt seid. Andererseits solltet ihr auch die Zukunft im Blick behalten. Nach der Eroberung Rohans wollt ihr euch Thal und Erebor zuwenden? Dann schadet eine Rekrutierung mit Hilfe der „Horde aus dem Osten“ sicherlich nicht, wenn ihr nichts dringlicheres zu tun habt.

Wenn ihr keine Karte spielen könnt, zögert nicht eine neue zu ziehen, auch wenn ihr vielleicht in der nächsten Runde eine abwerfen müsst. Alle Karten kann man in Laufe des Spiels sowieso nicht spielen. Und wenn ihr (zu) viele Palantiri gewürfelt habt, zieht zuerst bevor ihr eine Karte spielt – vielleicht ist die neue ja besser als die, die ihr jetzt spielen könnt.

Das Leid mit den Karten – welche soll ich denn nun abwerfen?

Auch hier ist es schwer, allgemeingültige Hinweise zu geben. Aber lasst euch nicht zu sehr davon verleiten, dass eine Karte vielleicht mal sehr nützlich sein wird. Die Chancen sind groß, dass es nie zu dieser Gelegenheit kommen wird. Meistens gilt auch hier: Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach. Also behaltet die Karten, mit denen ihr sofort etwas anfangen könnt.

Zu viele Karten
Zu viele Karten auf der Hand

Bedenkt auch, alle Karten haben zwei Funktionen: Als Ereignis- und als Kampfkarte. Manchmal ist der Kampfeffekt wichtiger als das Ereignis. Ich verrate kein allzu großes Geheimnis, wenn ich sage: Die richtigen Kampfkarten sind der Schlüssel zu erfolgreichen Belagerungen. „Tödlicher Kampf“ macht aus einer zähen Belagerungsschlacht ein schnelles Blutbad. „Großes Heer“ vernichtet mit Sicherheit die nervige letzte reguläre Einheit der Verteidiger, selbst wenn ihr nur noch drei mickrige Orks zum Angreifen habt.

Fazit

Der vielleicht wichtigste Tipp als Fazit der bisherigen Hinweise: Trödelt nicht rum! Der Schatten hat zwar die militärische Überlegenheit, aber ihr habt nicht unbegrenzt Zeit, denn die Gemeinschaft ist auf dem Weg zum Schicksalsberg. Sucht euch eine größere Region als Ziel aus, richtet all eure Anstrengungen drauf und schlagt hart und gezielt zu. Wenn der Gegner in dieser Gegend unterworfen ist, könnt ihr euch der nächsten zuwenden. Ein langer, verzwickter Konflikt um eine Nation spielt fast immer den Freien Völkern in die Hände.

Die Figuren der Elben

Reguläre Einheit der Elben
Hellgrün ist die Nationenfarbe der Elben im Spiel, und ich habe mich beim Anmalen ihrer Einheiten an diese Farbe als Hauptton gehalten, abgesetzt durch Weiß und warme Brauntöne. Durch die große Anzahl von Elite-Einheiten, die wegen der Pferde relativ aufwändig zu bemalen sind, habe ich für diese Armee relativ gebraucht. Sie war vor den Zwergen die letzte, die fertig wurde.

Anführer der Elben
Die Anführer sind unterschiedlich gestaltet, um die vier Elbenfürsten der jeweiligen Festungen darzustellen: Thranduil für das Waldlandreich (braunes Haar, rote Kleidung), Elrond für Bruchtal (schwarze Haare, blaues Gewand), Cirdan für die Grauen Anfurten (weißes Haar, grauer Mantel) und Celeborn für Lorien (blondes Haar, grünes Gewand).

Armee der Elben

Die Figuren Rohans

Elite-Einheit der Rohirrim
Elite-Einheit der Rohirrim
Mit ihrem satten Dunkelgrün, der weißen Heraldik und den hervorragenden Modellen Figuren gehören die Figuren Rohans zu meinen Lieblingen im Ringkrieg. Als einer der mittelgroßen Kontingente hat es auch nicht so lange gedauert, sie zu bemalen.

Anführer der Rohirrim
Anführer der Rohirrim
Das Spiel benennt drei der Anführer Rohans mit Namen, wenn auch einen nur implizit: Theodred, Theodens Sohn beginnt das Spiel mit einer kleinen Armee an den Furten des Isen – und tendiert dazu wie im Buch dem ersten Angriff Isengards zum Opfer zu fallen. Der zweite ist Theoden selbst, der durch die Karte „Die Reiter Theodens“ ins Spiel gebracht werden kann, und der dritte ist Eomer, Eomunds Sohn, der durch die gleichnamige Karte rekrutiert wird. Ein vierter Rohan-Anführer erscheint mit der Karte „Der Rote Pfeil“. Ihn habe ich als Erkenbrand interpretiert, obwohl es noch einige andere Kandidaten aus den Büchern gibt.

Die Armee Rohans
Die Armee Rohans