Es geht weiter mit der „The Monday Signal“-Kampagne für Infinity N5. Das zweite Szenario ist „Ghost in the Feed“, in dem meine Haqqislam-Truppe und ihre Gegner, die Druze Bayram Security, in den Ruinen einer untergegangenen Alien-Zivilisation nach dem Schatz von Ruby Monday suchen.
Die Mission wurde von Robert Shepherd verfasst, einem prominenten Infinity-YouTuber, der ganz ausgezeichnete Spielberichte und Fraktionsanalysen erstellt. Wenn ihr nur ein bisschen Interesse an der taktischen Tiefe von Infinity habt, solltet ihr unbedingt einen Blick darauf werfen.
Auch dieses Mal habe ich eine kleine Story zum Beginn der Mission geschrieben, die die Geschichte des jungen Sāchā Ilya und der Fiday Kleio weitererzählt. Ihr findet sie in diesem separaten Posting.
Mission und Spielfeld
Ghost in the Feed führt uns in eine der Xeno-Ruinen auf dem Planeten Shinju, und deren momentan ruhende archäologische Grabung. Hier hat Ruby Monday, die Hinweise versteckt, die uns zu ihrem verborgenen „Schatz“ führen sollen. Es handelt sich um eine Mission mit radialer Aufstellung, d.h. wir stellen unsere Truppen in einem Viertelkreis in gegenüberliegenden Ecken auf. Außerdem verteilen wir 6 mögliche Hinweise auf dem Spielfeld, die mindestens 8″ von den Aufstellungszonen und voneinander entfernt sein müssen.

Auf der Mittellinie stehen drei Konsolen, die, wenn sie aktiviert werden, einen Hinweis enthüllen (der Gegner bestimmt, welcher das ist). Der enthüllte Hinweis kann dann vom Spieler, der ihn enthüllt hat, eingesammelt werden und ist zwei Siegpunkte wert, für ein Maximum von sechs Punkten pro Seite durch die Hinweise. Einen Siegpunkt gibt es, wenn man mehr Konsolen aktiviert als der Gegner und einen weiteren, wenn man in jeder Runde genau einen Hinweis eingesammelt hat. Dazu kommen die zwei Classifieds für das Maximum von zehn Punkten.
Wir spielen wieder mit 200 Punkten pro Seite, so dass das Spielfeld etwas schmaler als normal ist. Trotzdem muss man hier potentiell weite Wege zurücklegen, schnelle Einheiten sind also sehr hilfreich.
Die Armeen – Druze Bayram Security
Wir bleiben für die Kampagne natürlich bei unseren jeweiligen Fraktionen. Ich trete also wieder gegen die Druze an. Dieses Mal fährt Uli schweres Gerät auf: Er hat Scarface mit seinem TAG (und seiner Schwester Cordelia) dabei. Dazu kommen wieder zwei Digger und ein Brawler-Duo. Außerdem hat er einen Peacemaker mit Auxbot dabei und stellt Armand Le Muet auf … letzterer wird sich allerdings im Lauf des Spiels als Tao Wu herausstellen.
Den Abschluss machen wieder die beiden Yuan Yuan-Luftlander, ohne die die Druze nicht aus dem Haus gehen.
Hier ist die Armeeliste: Druze Bayram Security, 200 Punkte.
Die Armee – Haqqislam

Zur Abwechslung habe ich eine Liste ohne Saladin gebaut und probiere meinen frisch bemalten Flyer, die Zeybek Aero-Unit, aus. Ohne meinen Lieutenant mit Inspiring Leadership muss ich mich bei den irregulären Einheiten beschränken, daher sind weder Daylami noch Muttawi’ah dabei. Nur der Sāchā (ja, das ist Ilya aus der Einführungsgeschichte) und Zuleyka sind irregulär.
Für das Szenario sind verschiedene Spezialisten nützlich, mit denen ich drei verschiedene Konsolen aktivieren muss. Dafür sind der Farzan (Chain of Command), der Al Hawwa‘ (Hacker) und der Sāchā (Specialist Operative) gedacht. Zuleyka mit ihrem Motorrad soll dann den Pickup der Hinweise erledigen. Der Zeybek kann das als fliegende Einheit nicht; er ist ausschließlich dafür da, den Gegner zu bekämpfen.
Hier ist die Armeeliste: Ghosting the Feed, 200 Punkte.
Initiative und Deployment
Auch ohne Saladin gewinne ich den Lieutenant-Wurf, und in diesem Szenario nehme ich ohne viel Nachdenken die Initiative und den ersten Zug, denn anders als in Raid on the Kazureibu gibt es hier keinen wesentlichen Vorteil als zweiter an der Reihe zu sein. Uli sucht sich entsprechend eine Seite aus und lässt mich zuerst aufstellen.

Ich verteile wie geplant meine vorwärts-aufstellenden Spezialisten auf die Konsolen: Der Sāchā in die Mitte, Al Hawwa‘ rechts und der Farzan links. Mein Hafza Lieutenant gibt sich als Ghulam Doc aus in der Nähe von Knauf aus. Ich hoffe, dass seine erhöhte Position ihn vor Angriffen schützt. Mein einfacher Ghulam legt sich in Deckung, so wie man es von einem Lieutenant erwarten könnte, Leila deckt die hintere Ecke gegen Luftlander ab, und Zeybek und Zuleyka gehen für einen Vorstoß in Position. Die Fiday halte ich zurück.
Für meinen Sāchā muss ich noch Booty würfeln und probiere zum ersten Mal die Würfelfunktion der Infinity-Geist-App aus. Ich muss zweimal hinschauen, aber da steht tatsächlich eine 20: HMG als Ergebnis. Also ist mein kleiner Neuling direkt mit einem schweren Maschinengewehr bewaffnet. Uh… mal schauen, was er anrichten kann.
Dann ist Uli an der Reihe, seine Druze zu positionieren.

Er stellt dieses Mal zwei statt einem Sniper auf: den Brawler und Armand le Muet, von denen einer aber wahrscheinlich Tao Wu ist, denn es fehlt das zweite Fireteam und stattdessen ist Cordelia Turner dabei. Das heißt wiederum, dass ihr Bruder Joe Turner (Scarface) in seinem TAG kommen wird, auch wenn er noch auf sich warten lässt (Uli hält ihn zurück). Neben den beiden üblichen Diggern erscheint ein Peacemaker ArmBot mit seinem kleinen Auxbot (leider ist der kleine etwas vergesslich, denn er verpasst, seine Fertigkeit Minelayer zu benutzen). Die beiden Digger würfeln einmal Granaten und einmal einen Flammenwerfer für ihr Booty.
Dann versucht meine zurückgehaltene Fiday, ihr übliches Spiel zu spielen, und sich direkt neben dem Brawler-Schützen einzuschleichen. Aber heute klappt es nicht: Ich würfle eine 16 (ihre WIP ist 15). Also wird sie am Rand des Spielfelds in meiner Aufstellungszone platziert, wo sie sich für den Rest der Partie über ihr Versagen ärgern darf. Uli platziert wie erwartet Scarface in voller Deckung. Da er nur acht Einheiten auf dem Spielfeld hat, rechne ich wieder mit zwei Yuan Yuan, die aus dem Himmel regnen werden.
Runde 1 – Haqqislam
Nachdem Zuleyka mit ihrem Impetous-Befehl vorangebraust ist (ohne in irgendeine Schusslinie zu kommen), überlege ich, was zuerst erledigt werden muss. Knauf hat eine Schusslinie auf den Brawler-Sniper, und da er noch seinen Decoy hat, würde er für den ersten Schuss seine Surprise Attack anwenden können. Also machen wir das, Zeit für den ersten Face-to-Face-Wurf des Spiels.
Wir sind beide in Deckung und optimaler Reichweite. Knaufs Mimetismus wird durch das MSV2 des Brawlers aufgehoben. Normalerweise schießen also beide auf ihren Ballistic Skill Grundwert (Knauf 13, Brawler 12), aber wegen Surprise Attack muss der Brawler noch einmal 3 abziehen. 3 Würfel auf die 13 gegen 1 + 1 Special Die (der Brawler ist im Duo) gegen die 9 hört sich gut an.
Uli würfelt eine 20 und eine 1 (Fehlschuss und der schlechteste mögliche Treffer). Ich freue mich schon, denn das ist SEHR einfach zu schlagen… und würfle eine 17 und zwei 1er. Damit heben sich alle Treffer gegeneinander auf, ein Unentschieden. Die Überraschung ist verbraucht, und weitere Duelle wären 3 Würfel auf die 13 gegen 1 + 1 SD auf die 12. Sehr viel weniger erfolgversprechend.
Das geht ja gut los, erst der vergeigte WIP-Wurf der Fiday, jetzt das. Na gut, das Duell gegen den Brawler ist mir zu gefährlich, also machen wir an anderer Stelle weiter.
Der Sāchā bewegt sich auf die zentrale Konsole (Console 2) zu, um seine Aufgabe zu erledigen. Dabei muss er einmal durch das Sichtfeld des Brawlers, aber das kann er durch ein Cautious Movement gefahrlos erledigen. Und drückt er erfolgreich das erste Knöpfchen, gute Arbeit!
Was nun? Hm, er hat doch dieses HMG und da war die Sichtlinie auf den Brawler. Er hat zwar nur BS11, aber dafür Burst 4, und vor allem hat er seine eigentliche Aufgabe schon erledigt und ist nur 6 Punkte wert (zu Knaufs 31). So etwas nennt man Expendable! Also nimmt er es mit dem Scharfschützen auf (4 Schüsse auf die 8 gegen 1 + 1 auf die 9), und siehe da, ein Treffer geht durch und der Brawler ist ohnmächtig.
Das macht den Weg für den Al Hawwa‘ frei, die zweite Konsole (Console 1) zu aktivieren, was im ersten Versuch klappt. Zuleyka benutzt ihren irregulären Befehl und einen weiteren, um den ersten Hinweis einzusammeln.
Es bleiben noch zwei Befehle. Einen weiteren Hinweis will ich nicht einsammeln, denn es gibt einen Bonuspunkt, wenn man genau einen pro Runde macht. Die dritte Konsole (Console 3) wäre zwar in Reichweite des Farzan, aber das wäre wegen Peacemaker und Auxbot ein Selbstmordkommando, und das ist es mir (noch) nicht wert.
Also versetze ich den Al Hawwa‘ wieder in seinen Camouflage-Zustand, und Knauf legt sich mit Armand le Muet an, der sich als Tao Wu herausstellt, als er ausweicht, anstatt zurückzuschießen. Das Ausweichen geht prompt schief und eine weitere Einheit der Druze ist ausgeschaltet.
Damit ist meine erste Runde vorbei und ich kann SEHR zufrieden sein. Nach den ersten beiden Fehlschlägen lief alles perfekt. Zwei Konsolen sind aktiviert, ein Hinweis eingesammelt, und ich habe zwei gegnerische Modelle ausgeschaltet. Besser kann es kaum laufen.
Runde 1 – Druze
Nun ist es an Uli, zum Gegenschlag auszuholen. Zuerst kommt der gefürchtete Yuan Yuan-Hagel. Der erste landet (erfolgreich) direkt hinter Knauf. Dieser kann glücklicherweise erfolgreich ausweichen und sich umdrehen. Der „Ghulam Doctor“ vergisst, dass er ja eigentlich gar kein Doc ist und weicht auch aus – was ihn als Hafza enttarnt. Er bleibt dann aber lieber liegen, um nicht sofort Ziel des Yuan Yuan zu werden.
Der Yuan Yuan stürmt in den Nahkampf mit Knauf, der aber nur cool seine schwere Pistole zieht und dem Piraten eine Kugel durch die Brust jagt (Knauf gewinnt den Face-to-Face, da der Yuan Yuan mit einer geworfenen 3 denkbar knapp an einem kritischen Treffer vorbeischrammt). Der zweite Yuan landet (auch erfolgreich) hinter meinem Zeybek (auch nachdem ich Uli darauf aufmerksam mache, dass der nicht im Nahkampf angegriffen werden kann), Zuleyka, der Fiday und dem Al Hawwa‘. Diesmal schlagen alle Ausweichwürfe fehl und niemand kann sich umdrehen.
Beim Landen wird ja noch der Booty-Wurf des Yuan Yuan ausgeführt, und dieser bringt auch ein HMG mit! Das macht den Piraten sehr übermütig, und er versucht, gleich drei Einheiten auf einmal anzugehen: Zeybek, Zuleyka und den Al Hawwa‘. Zwar bekommt nur der Al Hawwa‘ Sichtlinie, trotzdem geht das Manöver gründlich schief. Am Ende ist auch der zweite Yuan Yuan tot, und ich habe keine Verluste erlitten.
Nachdem die Luftlander nichts ausgerichtet haben, muss nun das schwere Gerät ran, und Scarface setzt sich in Bewegung. Er bekommt den armen Sāchā vor die Flinte, der wie durch ein Wunder nur ohnmächtig wird. Dann erspäht Scarface durch die Ruinen hindurch Zuleyka und schaltet auch die Bikerin aus.
Zusammen mit Cordelia arbeitet sich Scarface auf die nächste Konsole (Console 3) zu, die seine kleine Schwester auch erfolgreich aktiviert. Aber der Hinweis, den ich aufdecke, ist zu weit weg, als dass die Druze ihn diese Runde noch einsammeln könnten.
Stattdessen legt sich Scarface mit Knauf und dem Hafza an, der leider doch nicht hoch genug positioniert ist, um aus der Sichtlinie eines TAGs zu sein. Dank kurzer Entfernung, Deckung und seinem Mimetismus geht Knauf mit seiner schweren Pistole auch aus diesem Duell als Sieger hervor und fügt dem TAG einen Schaden zu. Aber der Hafza wird getroffen und mein Lieutenant ist ausgeschaltet.
Damit ist der Zug der Druze auch schon wieder vorbei, und sie konnten keine Punkte machen. Ich habe zwar drei Verluste erlitten, aber Sāchā und Zuleyka waren „nur“ irreguläre Befehle, und die Rolle des Lieutenants übernimmt der Farzan dank seines Chain of Command nahtlos. Ich liege mit 2:0 Siegpunkten in Führung.
Runde 2 – Haqqislam
Mir stehen noch 7 Befehle zur Verfügung, und ich habe klare Ziele vor Augen. Zuerst sichert der Al Hawwa‘ den zweiten Hinweis, und dann ist es Zeit für den Zeybek, zu zeigen, was er kann. Schon seine erste Bewegung bringt ihn in den Rücken von Scarface und die Salve zerlegt den TAG vollständig (3 misslungene Rüstungswürfe).
Schnell dringt der Flieger weiter vor und zerlegt den Peacemaker, der die dritte Konsole bewacht. Nur Cordelia und einer der Digger weichen ihm hartnäckig aus.
Er macht aber den Weg frei für den Farzan, der sich nun enttarnt und die dritte Konsole aktiviert. Damit ist auch der dritte Hinweis für mich offen, den ich mir aber für die letzte Runde aufsparen will und muss. Der Farzan benutzt noch seinen neuen Lieutenant-Befehl, um wieder in Deckung zu kommen. Nur tarnen kann er sich leider nicht mehr.
Runde 2 – Druze
Der Befehlspool der Druze ist nun ziemlich zusammengeschmolzen. Mit Brawler Lt, Cordelia und den beiden Diggern stehen nur noch vier zur Verfügung. Der eine Digger kann den ersten Hinweis für die Druze sichern, und der andere versucht, meinen Farzan auszuschalten. Aber mein neuer Lieutenant wehrt sich erfolgreich und bleibt am Leben.

Damit steht es zwar „nur“ 4:2 für Haqqislam, aber es sieht schlecht aus für die Druze.
Runde 3 – Haqqislam
Hätte der Digger es geschafft, den Farzan zu töten und mich damit in Loss of Lieutenant zu versetzen, sähe es anders aus, aber so habe ich mit meinen weiterhin 7 Befehlen leichtes Spiel.
Der Zeybek schaltet nun einen Digger und Cordelia aus, und der Farzan sichert den letzten Hinweis. Ich das gegnerische HVT, und nur das letzte Classified kann ich nicht erfüllen.
Runde 3 – Druze
Die Druze haben nur noch ihren Brawler Lt und einen Digger und müssen sich zurückziehen. Damit endet das Spiel.

Ich habe alle drei Hinweise gesichert (6 Punkte), davon jede Runde 1 (1 Punkt), habe mehr Konsolen aktiviert als mein Gegner (1 Punkt) und das gegnerische HVT gesichert (1 Punkt).
Die Druze haben nur einen Hinweis gesichert (2 Punkte). Damit geht das Spiel 9:2 für Haqqislam aus.
Fazit
Nach meinem erfolgreichen ersten Zug und dem Fehlschlag des Yuan Yuan-Angriffs waren die Druze im Hintertreffen und gerieten in eine Abwärtsspirale, aus der sie sich nicht befreien konnten. Haqqislam mit seinen unterschiedlichen, infiltrierenden Spezialisten und schnellen Bikes war für die Mission auch ganz hervorragend geeignet, und nach den ersten beiden fehlgeschlagenen Aktionen lief eigentlich alles perfekt.
Die Mission war spannend und unterhaltsam, und ich glaube, dass sie auf Dauer ausgewogener und besser für Turniere geeignet ist als „Raid on the Kazureibu“. Dafür war die erste meiner Meinung nach narrativ besser, d.h., man konnte das, was man mechanisch tat, besser in eine Story im Kopf umsetzen. Auf jeden Fall vielen Dank an den Autor Robert Shepherd, bitte mehr davon! Ich bin gespannt, wie es nächsten Dienstag mit dem „Monday Signal“ weitergeht.













