Anfängertipps: Die Freien Völker

Passend zu den Anfängertipps für den Schattenspieler sind hier ein paar Hinweise für eure ersten Spiele als die Freien Völker. Auch hier gilt, dass diese Tipps euch nicht zu einem Experten machen werden, sondern dafür gedacht sind, euch das Spiel „angemessen“ kennenlernen zu lassen.

Zerstörung des Rings oder militärischer Sieg

Die Schicksalskluft

Die Ringträger nähern sich dem Schicksalsberg

Eine grundsätzliche Entscheidung der der Freien Völker ist, auf welchen Art von Sieg man spielt. Da es allerdings deutlich schwieriger ist, einen militärischen Sieg zu erlangen, empfehle ich für die ersten Spiele, auf jeden Fall die Zerstörung des Rings anzupeilen. Nicht nur dass man die besseren Chancen hat, sondern man vernachlässigt ansonsten auch einen wichtigen und interessanten Teil des Spiels: Die Gemeinschaft und die Jagd nach dem Ring.

Aber insbesondere gegen einen unerfahrenen Schattenspieler kann sich plötzlich und unverhofft die Chance auf einen militärischen Sieg ergeben (mir ist das in meinem allerersten Spiel passiert). Dann könnt ihr entscheiden, ob ihr sie wahrnehmt, um das Spiel schnell zu beenden, oder ob ihr das Spiel lieber als eine Lernerfahrung anseht und weiter auf die Zerstörung des Rings spielt.

Der Ratgeber der Gemeinschaft

Eure erste Entscheidung nach dem Ziehen der Karten in der ersten Runde ist, wer die Gemeinschaft anführen soll: Gandalf der Graue oder Streicher. Beide sind Stufe 3, haben aber sehr unterschiedliche Fertigkeiten als Ratgeber. Während Gandalf eventuell zusätzliche Karten ziehen kann, ist Streicher gut dafür, eine entdeckte Gemeinschaft wieder zu verstecken.

Der Ratgeber

Streicher oder Gandalf der Graue - Wer gibt den besseren Rat?

Eine Möglichkeit, diese Entscheidung zu treffen, ist eure Karten anzusehen. Habt ihr eine oder sogar zwei Karten, die ihr in der ersten Runde spielen könnt und wollt? Dann ist Gandalf die offensichtliche Wahl. Könnt ihr keine eurer Karten spielen? Dann sollte vielleicht Streicher der Ratgeber sein. Aber noch etwas anderes spielt einen Rolle: Nur den Ratgeber kann man bei einer erfolgreichen Jagd gezielt opfern. Da Gandalf der Graue als der Weiße ins Spiel zurückkehren kann, ist er ein leichtes Opfer. Streicher ist dagegen unersetzlich. Fällt er während der Jagd, wird es nie einen neuen König von Gondor (und euren sechsten Würfel) geben.

Daher ist es eher üblich Gandalf zum Ratgeber zu machen und Streicher nur in Notfällen zu verwenden – zum Beispiel wenn die Gemeinschaft eine Runde entdeckt beginnt, und man schon weiß, dass man Streichers Ratgeberfertigkeit gut gebrauchen kann.

Wo sind wir eigentlich?

Bruchtal

Warm, gemütlich und sicher - Das letzte heimelige Haus östlich der See

Ab der zweiten Runde müsst ihr vielleicht entscheiden, ob und wo ihr die Gemeinschaft erklärt. Das kann eine schwierige Entscheidung sein. Unter drei Umständen solltet ihr euch erklären:

1. Die Gemeinschaft befindet sich in einem Feld, dass dem Schatten Jagdwiederholungen gibt, und ihr könntet sie in einem Feld erklären, dass euch näher nach Mordor bringt und weniger Jagdwiederholungen erlaubt.
2. Die Bewegung würde euch durch eine Festung des Schatten bringen (üblicherweise Moria), ohne dass ihr einen Jagdplättchen ziehen müsst.
3. Die Gemeinschaft erreicht eine Stadt oder Festung der Freien Völker und hat Heilung nötig.

Ist keiner dieser Bedingungen erfüllt, spart euch das Erklären der Gemeinschaft lieber und haltet euch damit eure Optionen offen. Das gilt insbesondere, wenn ihr noch in einer nicht eroberten Festung der Freien Völker steht, denn dort seid ihr gegen die meisten Karten, die der Schatten spielen kann, geschützt.

Wo bitte geht’s nach Mordor?

Routen nach Mordor

Zwei Wege führen nach Mordor

Und was ist der beste Weg nach Mordor? Wie so oft in diesem Spiel heißt die Antwort: Es kommt darauf an! Im Prinzip gibt es zwei Alternativen, die in nebenstehenden Grafik dargestellt sind. Alle anderen Routen kommen selten ins Spiel.

Die rote Route ist die kürzeste und hat den zusätzlichen Vorteil, dass sie an zwei Festungen der Freien Völker vorbei führt (Lorien und Minas Tirith), wo die Gemeinschaft im Notfall rasten und heilen kann. Der offensichtliche Nachteil ist der Weg durch Moria, der sehr gefährlich sein kann, insbesondere wenn die Balrog-Karte gespielt worden ist.

Die grüne Route über den Hohen Pass und durch Wilderland vermeidet diese Gefahr, ist dafür aber auch etwas länger und hat nur Thal als gute Wegstation (das Waldlandreich kostet einen zusätzlichen Zug). Einmal dort vorbei ist die Gemeinschaft ganz auf sich gestellt.

Wie schnell kann ich es wagen?

Die Jagd nach dem Ring

Drei Augen in der Jagd und schon einmal bewegt. Soll ich noch mal?

Soll ich eine Bewegung der Gemeinschaft riskieren, wenn drei Augen in der Jagdbox liegen? Wie sieht es mit einer zweiten Bewegung aus? All das ist für einen Anfänger nicht leicht zu entscheiden. Grundsätzlich gilt: Eine Bewegung kann man außerhalb Mordor fast immer riskieren. Gegen einen kompetenten Schattenspieler habt ihr nicht viel Zeit und müsst die Gemeinschaft flott voranbringen, deshalb kann man auch einen zweiten oder sogar dritten Schritt gegen mehrere Augen wagen, insbesondere wenn man noch passende Würfel zum Verstecken hat. Möglichst vermeiden sollte man Bewegungen, bei denen die Gefahr groß ist, in einer Festung des Schatten entdeckt zu werden, denn dann darf der Gegner ein zusätzliches Jagdplättchen ziehen. Eine Ausnahme kann Minas Morgul bzw. Morannon sein. Da selbst eine entdeckte Gemeinschaft „nach Mordor“ gelangen kann, spart es eventuell eine ganze Runde, diese letzte Bewegung mit der Gemeinschaft zu wagen, selbst auf die Gefahr hin dort entdeckt zu werden.

In Mordor hängt es dann ganz davon ab, wie viele Würfel in der Jagdbox liegen. Wenn ein gezogenes Auge die Macht des Rings auf 12 bringen würde, solltet ihr nur in größter Verzweiflung die Gemeinschaft bewegen. Ist das Spiel noch nicht verloren, ist es wahrscheinlich besser, auf die nächste Runde und möglicherweise weniger Würfel in der Box zu warten. Liegen dort dagegen wenige Würfel, bewegt die Gemeinschaft so schnell wie möglich, um die Gelegenheit zu nutzen. Die Karte „Die Letzte Schlacht“ kann hier eine sehr große Hilfe sein.

Wie verschaffe ich mir genug Zeit?

Die Furten des Isen

Rohan rüstet sich für den Angriff aus Isengard

Der Schatten beginnt mit so vielen Einheiten auf dem Brett, seine Nationen sind viel leichter in den Krieg zu bringen, und er kann sich aussuchen, wo er zuerst zuschlägt. Wie soll man sich da vernünftig verteidigen? Es geht, aber es bedarf etwas Geduld und Vorsicht. Nutzt eure ersten Rekrutierungswürfel dazu, ein paar wichtige Nationen näher zum Kriegszustand zu bringen. Gondor ist ein guter Kandidat, so dass bei einem Angriff auf Osgiliath noch Zeit ist, eine Verstärkung für Minas Tirith zu mustern. Auch Rohan kann davon profitieren, braucht aber schon zwei Aktionen, um Helms Klamm rechtzeitig verstärken zu
können. Die bereits aktiven Elben können theoretisch sogar in den Krieg gebracht werden, bevor der Schatten sie überhaupt angreift. Da dies aber 3 Aktionen kostet, ist das eher selten eine Option.

Gefährten von der Gemeinschaft zu trennen, nur damit sie einen Nation aktivieren, ist selten eine gute Idee. Wenn ihr dagegen einen Karte wie „Feuer, Feinde, Gefahr!“ oder das „Buch von Mazarbul“ habt, ist das eventuell eine sehr gute Strategie. Und denkt daran, dass Streicher Gondor erst aktiviert, wenn er zum König gekrönt wird.

Grundsätzlich gilt, verstärkt eine Region oder Nation erst dann, wenn ihr wisst, dass der Schatten dort angreifen will. Wenn ihr Bruchtal direkt zu Beginn mit „Glorfindels Sippe“ verstärkt, wird der Schatten es wahrscheinlich auf Dauer ignorieren. Spielt ihr die Karte erst dann, wenn seine Armee mit der Belagerung begonnen hat, verliert er entweder wertvolle Zeit oder läuft sogar Gefahr, die Belagerung zu verlieren.

Kartenspiel

Wenn ihr Gandalf den Grauen als Ratgeber der Gemeinschaft habt und ein Ereignisaktionen würfelt, habt ihr eventuell recht schnell einige Karten auf der Hand. Welche sollt ihr davon spielen? Keine ganz einfache Frage, aber ein paar Karten sind wichtig: Wenn ihr die speziellen Jagdplättchen zieht, sollten die auf jeden Fall gespielt werden. Nicht unbedingt sofort, denn sie kommen erst in Mordor wirklich ins Spiel, aber gegen Ende des Spiels können sie entscheidend werden. Werft sie also nicht ab, und wenn ihr nichts besseres zu tun habt, spielt sie aus.

Die Entkarten

Alle drei auf der Hand? Saruman kann ein blaues Wunder erleben.

Auch die Entkarten können sehr gut sein, brauchen aber ein paar Vorbedingungen. Wenn der Schattenspieler Saruman in Orthanc immer gut schützt, könnt ihr sie auch als Kampfkarten spielen. In der Schlacht um Rohan sind sie sehr mächtig. Rekrutierungskarten solltet ihr normalerweise erst spielen, wenn ihr wie oben gesagt sicher seid, dass ihr sie braucht. Allerdings ist es immer noch besser sie zu früh zu spielen, als sie abzuwerfen. Wenn ihr also die Wahl zwischen dem Ziehen und Abwerfen einer Karte auf der einen Seite und dem Spielen einer Rekrutierungskarte auf der anderen Seite habt, macht ruhig letzteres.

Wenn ihr Karten tatsächlich abwerfen müsst, entscheidet euch für Karten, die sehr spezielle Vorbedingungen haben, wie zum Beispiel „Pfad der Wasa“, von denen ihr nicht wisst, ob sie jemals eintreffen werden. Am besten sind natürlich Karten, von denen ihr wisst, dass ihr sie nicht mehr brauchen werdet, wie zum Beispiel „Zaubererstab“ wenn Gandalf bereits die Gemeinschaft verlassen hat. Denkt aber an den Kampfeffekt der Karte, der ja auch noch verwendet werden kann.

Fazit

Für die Freien Völker gilt ein ähnlicher grundlegender Ratschlag wie für den Schatten: Trödelt mit der Ringgemeinschaft nicht herum! Bewegt sie regelmäßig und nicht zu zaghaft. Wenn sie gut voran kommt, setzt ihr den Schatten unter Druck, und er kann sich mit seiner militärischen Kampagne nicht sie viel Zeit lassen. Dass wiederum heißt, er ist anfälliger für Fehler und fehlgeschlagene Belagerungen. Gerade letztere kosten ihn unheimlich viel Zeit und geben euch eventuell die Chance auf einen Gegenschlag und einen militärischen Sieg.

Auf der anderen Seite sollte ihr mit eurer militärischen Verteidigung geduldig sein. Baut erst dann Verstärkungen auf, wenn der Schatten sich für ein strategisches Ziel entschieden hat. Dann seid dort so hartnäckig wie möglich. Jede Aktion, jede Runde zählt und bringt die Gemeinschaft dem Schicksalsberg näher.

Viel Erfolg!

19 Gedanken zu „Anfängertipps: Die Freien Völker

  1. Einfach super deine Tipps, zum einem sehr hilfreich und zum anderen motivieren sie Neulinge sich überhaupt mit diesem tollen und epischen Spie zu befassen !

  2. Schön zu lesen. Ich schließe daraus, dass ich wohl fast alles falsch gemacht habe, was man machen konnte. Obwohl die Gemeinschaft gut vorwärts kam, hab ich dann den Reiz eines militärischen Sieges verspürt.

    Hoffentlich komm ich bald zu meiner Revanche!

  3. Habe eine Frage zu den Karten ‚Die Ents erwachen‘, bei den es heißt, dass mit 3 Würfeln jede 4+ eine ARMEE in Orthanc trifft.
    Wenn in Orthanc nun Saruman + 1 Elite steht und ich treffe mit z.B 2 Würfeln, ist der Elite dann weg und somit auch Saruman?

    Meine Mitspieler sagen nämlich immer, dass der Trick genau darin besteht ein Elite stehen zu lassen, da man diesen dann nur mit einem Würfel treffen kann und somit kann der Schattenspieler ihn dann gegen eine Reguläre eintauschen und Saruman bleibt im Spiel…

    • Nein, genau wie in einer normalen Schlacht wird eine ELite-Einheit durch zwei Treffer auch getötet – sie hat da keinen Vorteil gegenüber zwei regulären. Du hast also Recht, Saruman wird im beschriebenen Fall getötet. Der Text der Karte ist übrigens: „Wirf drei Würfel. Jede 4+ zählt als Treffer gegen eine Schatten-Armee in Orthanc.“

  4. Schöne Seite hast du hier. Spiele seit Anfang 2015 nun auch diese großartige Spiel. Bei uns ist zuletzt immer wieder folgende Frage aufgekommen auf welche wir keine Antwort gefunden haben.

    Wenn die FV in der Schlacht eine Eliteeinheit aufgrund der Verteilung der Treffer downgraden wollen, es aber keine regulären Einheiten mehr gibt im Vorrat (weil schon „eliminiert“), was passiert dann? Darf der Spieler sich dann trotzdem eine reguläre Einheit von den Toten nehmen oder ist die Eliteeinheit dann vernichtet, auch wenn Sie z.B. nur einen Treffer einstecken musste ? Danke schon mal.

    • Oh, eine wichtige Sache! Mann kann reguläre Einheiten für ein Downgrade IMMER aus den Verlusten nehmen. Nur wenn da noch keine sind, kann und muss man aus dem Vorrat nehmen.

  5. Schöne zusammenstellung! Hätte auch ne frage zur Karte „die ents erwachen“. Reicht es wenn gandalf der weiße in fangorn steht? Damit wären doch alle Voraussetzungen erfüllt, oder? Er ist im spiel und ein Gefährte (er selbst) steht in fangorn.
    Danke

  6. Hallo Ralf!
    Schön dass hier immer wieder Neues kommt.
    So geht es auch mir den Regeln, es stellen sich immer neue Fragen. Heute: wann genau muss ich entscheiden, ob ich „Der weiße Reiter“ nutze, um die Führung der Nazgul auszuschalten? Vor der Wahl der Kampfkarten? Oder erst danach? Bspw. der Schattenspieler möchte eine Kampfkarte spielen, für die er auf 2 Punkte Nazgul-Führung verzichen kann, ginge das dann überhaupt, wenn GdW alle Nazguls „unwirksam“ macht?

    Beste Grüße und ein gesundes neues Jahr!

      • Danke! Darf der Schatten dann also keine Kampfkarte spielen, bei der er auf Nazgul-Führung verzichten müsste, da diese durch GdW bereits vorab auf Null reduziert wurde? Oder wäre ein solche Karte zwar spielbar, aber nur nutzlos?

        • Es kommt immer auf die genaue Bedingung der Kampfkarten an. Wenn es auf der Karte heißt „Spiele diese Karte, wenn die Führung der Nazgûl mindestens 1 beträgt.“, darf man mit aktivem „Der Weiße Reiter“ die Karte nicht spielen, denn die Führung ist ja auf Null reduziert. Heißt es dagegen „wenn mindestens ein Nazgûl am Kampf teilnimmt“, darf man die Karten spielen, auch wenn sie eventuell keinen Effekt hat.

  7. Da fällt mir noch eine Frage ein…^^
    Kann die Fähigkeit von Gollum, den Jagdschaden um 1 zu reduzieren, indem sich doe Gemeinschaft zeigt, auch in Mordor genutzt werden, obwohl man sich in Mordor ja nicht im eigentlichen Sinn zeigen kann?

    • Ja! Das „zeigen“ auf der Gollumkarte ist ein bisschen missverständlich. Es würde besser „sich entdecken lassen“ heißen. Im Prinzip dreht man den Gemeinschaftsmarker um, und darf dafür einen Punkt Schaden weniger hinnehmen (weniger als Null geht nicht).

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