Ringkrieger unterwegs: Deutsche Infinity Meisterschaft in Wiesbaden – Teil 2

Es geht weiter mit meinem Turnierbericht von der Infinity DM. Nachdem der erste Tag zwar nicht spielerisch erfolgreich, aber sehr unterhaltsam war, war ich sehr gespannt auf den zweiten.

Würde ich erfolgreicher sein? Gut geschlafen hatte ich zumindest.

Der Malwettbewerb – Best Painted Army

Harte Konkurrenz im Wettbewerb: Agnes Ferreira und die Svalarheima Winter Force

Nach dem Frühstück ging es mit einer anderen Art von Wettbewerb los, dem Preis für die am schönsten bemalte Armee. Dafür bauten alle Teilnehmer fünf von ihren Modellen auf einem der Tische auf, und dann stimmten alle Spieler geheim für ihre Favoriten.

Ich war natürlich auch dabei, aber nach einem Überblick über die Konkurrenz war mir sehr klar, dass ich nicht gewinnen würde. Die Armee des Gewinners „Flavius“ konnte ich schon am Vortag begeistert in einem eigens für sie gebauten Display bewundern, und sein Sieg kam daher alles andere als überraschend. Großartige Arbeit, Flavius!

Immerhin konnte meine Haqqislam Armee auch zwei Stimmen auf sich ziehen, was mich bei der harten Konkurrenz ziemlich glücklich machte.

Die Sieger-Armee des „Best Painted“ Wettbewerbs: Die Combined Army von „Flavius“.
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Ringkrieger unterwegs: Deutsche Infinity Meisterschaft in Wiesbaden – Teil 1

Logo der Deutschen Infinity Meisterschaft

Nachdem ich letztes Jahr auf meinem ersten Infinity-Turnier war, und trotz des letzten Platzes sehr viel Spaß hatte, habe ich mich dieses Jahr dazu entschlossen, an der DM in Wiesbaden teilzunehmen. Auch wenn „Deutsche Meisterschaft“ sehr hochtrabend klingt, handelt es sich um ein „normales“ Turnier, für das man keine besondere Qualifikation braucht. Jeder kann sich anmelden. Allerdings war es groß (52 Teilnehmer) und ging über zwei Tage. Dementsprechend aufgeregt war ich, als ich mich auf den Weg machte.

Außerdem ist das Turnier ein sogenannter „Satellite“ der Interplanetario (der „Weltmeisterschaft“) in Spanien, und der Sieger bekommt dort einen Platz reserviert. Aber darauf rechnete ich mir sowieso nicht die geringsten Chancen aus.

Das sind die Haqqislam-Einheiten, die mit nach Wiesbaden kommen durften

Wer sich mit Infinity auskennt und sich meine Armeelisten, die ich ins Feld führen wollte, anschauen will, findet sie hier (Liste 1) und hier (Liste 2).

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Gespielt – Dune: War for Arrakis (Preview)

Dune: War for Arrakis läuft gerade auf Kickstarter

Einige, die den Ringkrieg kennen und lieben, werden es schon mitbekommen haben: Zwei der Autoren (Francesco Nepitello und Marco Maggi) haben ein neues Spiel entworfen, das einige Parallelen zum Ringkrieg aufweist und eine ähnlich beliebte IP bedient. Es handelt sich um Dune: War for Arrakis. Das Spiel wird von CMON über Kickstarter veröffentlicht, und der KS läuft nur noch etwas über zwei Tage.

Da das Spiel als Vorabversion über den Tabletop Simulator verfügbar ist, hatte ich das Vergnügen, es schon ein paar mal mit alten Ringkrieg-Freunden auszuprobieren. Eigentlich wollte ich daraus eine ausführliche Vorstellung basteln, aber da der KS nur sehr kurz läuft (8 Tage), werde ich das aus zeitlichen Gründen nicht mehr schaffen. Deshalb gibt es hier nur ein paar schnelle Eindrücke von den ersten paar Partien.

Atreides und die Fremen gegen Harkonnen und Corrino

Das Spiel

Dune: War for Arrakis ist ein klassisches 2-Spieler Strategiespiel, ganz in der Tradition von Spielen wie Der Ringkrieg und Rebellion, und stellt den Konflikt zwischen den Familien der Atreides und der Harkonnen um den Planeten Arrakis dar, und zwar in der Zeit nach dem Tod von Herzog Leto Atreides, als sein Sohn Paul und seine Frau Jessica in die Wüste geflohen sind, und Paul zum Anführer und Mahdi der Wüstenbewohner, der Fremen, wird.

Wüstenkriege

Es ist asymmetrisch, wobei die Harkonnen zu Beginn die stärkere Position haben, mit mehr konzentrierten Truppen auf dem Brett und mehr Aktionswürfeln zur Verfügung. Verschiedene Charaktere kommen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ins Spiel und haben meistens zwei Funktionen: Erstens verbessern sie die Standardaktionen, denen sie zugeordnet sind, und zweitens dienen sie als bessere Anführer für die Armeen ihrer Fraktion.

Die Atreides kontrollieren die Wüste um die zentrale Polarregion (wo die Harkonnen im Vorteil sind). Sie und die verbündeten Fremen sind in der Wüste sehr viel beweglicher (da sie die Sandwürmer als Reittiere benutzen können) und werden nicht von Angriffen der Würmer und Stürmen betroffen, die die Legionen der Harkonnen schnell auffressen, wenn diese draußen in der Wüste bleiben.

Asymmetrische Siegbedingungen

Die Harkonnen gewinnen das Spiel, indem sie die Siedlungen der Fremen (Sietches) zerstören und dadurch „Supremacy“ ansammeln. Die Atreides müssen dagegen eine Variable Anzahl an Prophezeiungspunkten in drei verschiedenen Kategorien ansammeln. Wieviel sie von welcher Kategorie benötigen wird durch eine zufällige Karte am Anfang des Spiel bestimmt, die nur der Spieler der Atreides kennt, so dass die Harkonnen nie genau wissen, was ihre Gegner bezwecken.

Um ihre Optionen offen zu halten und keine Aktionswürfel zu verlieren, müssen die Harkonnen genug Spice ernten und drei imperiale Fraktionen „bezahlen“. In meinem ersten Spiel war meine erfolgreiche Strategie mit den Atreides zum Beispiel, die Erntemaschinen (Harvester) der Harkonnen zu zerstören, und so eine Abwärtsspirale aus weniger und weniger Aktionen in Gang zu setzen.

Wer einen tieferen Einblick in das Spiel haben möchte findet ein hier ein Video von Kristofer Bengtsson (auch ein Ringkrieg-Veteran), mit dem ich gespielt habe, und dessen Einschätzung ich im Großen und Ganzen teile:

Erste Eindrücke

Was ich mag: Das schnelle Gameplay. Es geht sofort los und man ist mitten im Gefecht um Dune, ohne große Aufbauzeit und Manövrieren wie in anderen Strategiespielen. Die duale Natur der Charaktere, und wie sie die Standardaktionen modifizieren. Die taktische Balance zwischen dem Kampf um die Siedlungen und der Produktion von Spice auf der Seite der Harkonnen und zwischen der Verteidigung und der Erfüllung der Prophezeiungen bei den Atreides. Die „Desert Power“ der Atreides ist wie das Spiel insgesamt SEHR thematisch.

Was ich nicht so mag: In der Vorabversion fühlten sich die Prophezeiungskarten nicht sehr prophetisch an, weil sie von Runde wechselten und nicht vorhersehbar waren. Die Kämpfe waren sehr tödlich und nicht sehr abwechslungsreich, da die Kampffunktion der Karten immer gleich ist (+1 Würfel für das Abwerfen einer Karte). Dazu muss ich sagen, dass ich inzwischen in Kontakt mit den Designern bin, und diese aktiv an Regeländerungen zu diesen Punkten arbeiten. Ich bin mit bei den Testern für diese Änderungen, und sie sehen schon sehr gut aus.

Der Preis

Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Kickstarter und zum Preis. Zum Basispreis von $110 (der für das umfangreiche Material sicherlich gerechtfertigt ist), kommen noch die 19% MwSt. und $48-$62 (geschätzte) Versandkosten hinzu. Und inzwischen gibt es auch Add-ons, die man sich für zusätzliche Kosten ($30-$40) dazu holen kann. Das ist eine stattliche Summe, und jeder muss selber wissen, ob es ihm das Geld wert ist.

Das Spiel kommt auf jeden Fall auch in den normalen Handel, und wenn man auf die Kickstarter Exclusives verzichten kann (die größtenteils kosmetisch sind), wird man es darüber sicherlich etwas günstiger bekommen.

Die Box – Irgendwann werde ich sie in den Händen halten.

Fazit

Mir haben die vier Partien, die ich gespielt habe, sehr viel Spaß gemacht. Das Thema Dune ist hervorragend umgesetzt, und wenn ich auch noch ein paar kleine Vorbehalte zum Gameplay habe, weiß ich, dass die Autoren daran feilen und die anstehenden Änderungen sehr vielversprechen aussehen. Auch wenn ich den KS angesichts des hohen Preises nicht uneingeschränkt empfehlen kann, werde ich mir das Spiel sicher auf die eine oder andere Weise holen, sei es, dass mich der KS doch noch überzeugt, oder ich auf die Version für den Spielehandel warte.

Gespielt – Infinity N4 (Mindwipe)

Weiter geht es mit der kleinen Infinity-Kampagne von Christoph und mir. Nach dem Debakel der Rettungsmission müssen die Streitkräfte des Haqqislam viel Boden gutmachen….

Die Stellung der Winter Force

Eine steile Falte durchfurchte Saladins Stirn, als er das taktische Display studierte. Was eine schnelle und einfache Rettungsmission hätte sein sollen, hatte sich zu einem chaotischen, unkontrollierten Feuergefecht entwickelt, in dem keiner der Zivilisten gesichert werden konnte. Eine Katastrophe! Aber dann wischte er die Gedanken beiseite. Zeit für Analyse und Konsequenzen würde später noch genug sein. Die Krisensituation war noch nicht vorbei und brauchte seine ungeteilte Aufmerksamkeit.

Die Datenbanken der Forschungseinrichtung enthielten viel zu viele sensible Daten, die nicht in fremde Hände fallen durften, und andererseits galt es die von PanOceania eingebrachten Informationen zu sichern. Sie waren zu wertvoll, um sie nur den „Partern“ zu überlassen. Saladin aktivierte die Nachrichtenkanäle zu den Quantronik-Spezialisten der Einheit. Sie würden entscheidend sein.


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Gespielt – Infinity N4 (Rescue)

Es geht weiter mit den Spielberichten zu meiner Reihe von Infinity-Schlachten gegen Christophs Svalarheima Winterforce. Unser Plan ist, eine kleine Kampagne aus drei Gefechten zu spielen, die lose zusammen hängen. und in denen die Truppen immer von denselben Lieutenants angeführt werden. Der Hintergrund ist, dass ein geheimes Kooperationsprojekt zwischen Haqqislam und PanOceania schief läuft und sich daran ein Zwist zwischen den beiden Parteien entfacht.

Die hochgeheime Zentrale des Kooperationsprojekts
Haqqislam

„Koordination gemeinsamer Forschungsprojekte im Bereich hypersensitiver neuraler Reaktionen auf Silk-unterstützte Maya-Mensch-Interfaces“ – ein wunderbar nichtssagender Titel für ein hochgeheimes Kooperationsprojekt, wie ihn sich nur irgendein gesichtsloser Bürokrat ausdenken konnte. Auf dem Papier klang es toll: PanOceanisches Know-How im Bereich Nanotechnologie und Maya kombiniert mit Haqqislamischer Expertise im Bereich Silk und Mensch-Daten Interfaces sollte Durchbrüche erzielen, die den ewigen Konkurrenten Yu Jing einige unangenehme Stolpersteine vor die Füße legen sollte. Wenn die Planer Saladin gefragt hätten, hätte er ihnen gesagt, dass die Kombination aus Arroganz PanOs und die Gier der haqqislamischen Silk Lords schon dafür sorgen würde, dass das Projekt in einer Katastrophe endet. Aber ihn hatte niemand gefragt. Deshalb war er jetzt hier, denn er wurde erste geholt, wenn es darum ging mit einer Katastrophe fertig zu werden, die bereits eingetreten war. Wie diese.

Saladin studierte das Layout der Anlage zum dritten Mal. Das sollte reichen, sie sich jederzeit wieder vor sein inneres Auge zu holen. Natürlich konnte er holographischen Plan, Überwachungsbilder und Satellitenbilder jederzeit und überall abrufen, aber er verließ sich nicht gerne allein auf die quantronischen Daten. Es war besser die auch Dinge altmodisch „im Kopf“ zu haben.

Das Gelände war unübersichtlich, die Berichte unklar und verwirrt. Was eine Notfallkonferenz zur Klärung der Lage hätte sein sollen, war nun möglicherweise eine Geiselsituation. Ein Missverständnis und eine Überreaktion der Gegenseite? Ein Versuch eines korrupten Teilnehmers seine Schuld am Fehlschlag des Projekts zu vertuschen? Vielleicht eine Intervention einer dritten Partei? Hatte Yu Jing Wind vom Ziel des Projekts bekommen? So unklar die Gesamtlage war, so klar war das unmittelbare Missionsziel: Schutz und Evakuierung der haqqislamischen Delegation. Vier Zielpersonen. Es war keine Zeit zu verlieren.

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Gespielt – Infinity N4 (Supremacy)

Zur Zeit hat mich das Infinity-Fieber ziemlich gepackt, und mit Christoph habe ich einen Mitspieler gefunden, der mindestens so fasziniert ist wie ich. Dementsprechend haben wir uns zwei Wochen nach unserer letzten Partie wieder getroffen, um eine Revanche zu spielen. Da mein Spielbericht in der deutschen Infinity Community auch gut angekommen ist (inklusive Erwähnung im O-12-Podcast), gibt es auch zu dieser Partie wieder einen ausführlichen Bericht.

Neues Spiel, neues Gelände, neues Glück.

Wie es auch mir nach meinen ersten Spielen gegangen ist, will Christoph direkt MEHR von Infinity, und wir einigen uns auf eine volle 300 Punkte Schlacht mit der Mission „Supremacy“ aus der aktuellen Infinity Turniersaison 12 (ITS12), inklusive geheimer Ziele (Classified Objectives).

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Video: Gelände für SciFi Tabletop-Spiele

In diesem Video stelle ich meine Sammlung an Geländestücken für Science Fiction Tabletop Spiele wie Infinity und Five Parsecs from Home vor und rede über ihre jeweiligen Vor- und Nachteile.

Hier ist noch die Liste mit den Links zu den verschiedenen Produkten und Herstellern aus dem Video:

Gespielt: Infinity N4

C1 ist die „kleinere“ Variante der Infinity-Regeln.

Nach einer längeren Pause konnte ich endlich mal wieder eine Runde Infinity N4 spielen, mit Christoph, einem Neueinsteiger in das Spiel, mit dem ich über die deutsche Infinity Facebook Gruppe in Kontakt gekommen war. Da wir beide noch ziemlich unerfahren sind, einigten wir uns auf ein 200 Punkte Gefecht ohne irgendwelche Fireteams oder andere komplexe Regeln. Ursprünglich wollten wir sogar die einfacheren CodeOne Regeln verwenden, aber nachdem mein Gegenüber inzwischen auch schon eine Partie N4 gespielt hatte, bot er mir an die vollen Regeln zu verwenden, damit ich auch meine Haqqislam-Truppe spielen konnte, die es ja noch nicht für CodeOne gibt. Das folgende ist ein Spielbericht aus meiner Sicht des Geschehens.

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Gespielt: Man O’War

Das farbenfrohe Cover der Originalschachtel.

Kürzlich hatte ich das Vergnügen mit Tobi vom Bier & Brezel Tabletop YouTube-Kanal eine Runde eines echten Klassikers zu spielen: Man O’War – Raging Sea Battles in the World of Warhammer.

Über Man O’War

Das Seeschlachten-Tabletop erschien 1993 als eines der kleineren „Spezialisten“-Systeme, war aber nicht sehr lange im Programm. Ein, zwei Jahre lang gab es relativ regelmäßig neues Material in Form von Modellen und Artikeln im White Dwarf, aber schon 1995 wurde es aus den Regalen der Geschäfte genommen. Bis 1998 konnte es teilweise noch postalisch bestellt werden, aber dann wurde es vollständig eingestellt.

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