Ins rechte Licht gerückt – oder wie fotografiere ich meine Figuren?

Setup

Meine sehr improvisierte „Fotostation“

Ich werde gelegentlich gefragt, wie ich meine Figuren fotografiere und für die Präsentation im Netz vorbereite. Da ich auch häufig über toll bemalte Miniaturen stolpere, die aber so dunkel oder unscharf fotografiert sind, dass man sie schlecht erkennen kann, will ich meine Methode hier zum Nachahmen oder als Startpunkt präsentieren. Ich bin alles andere als ein Profi im Fotografieren, und es gibt bestimmt jeden Menge bessere Methoden da draußen zu finden, aber irgendwo muss man ja mal anfangen.

Lampe

Meine verstellbare Lupenlampe

Das erste und wichtigste ist erst einmal das Licht, und zwar so viel wie möglich davon, besonders wenn man mit einer einfachen Kamera arbeitet wie ich. Wie oben zu sehen, benutze ich meine Lupenkamera, die ich auch zum Bemalen verwende, und stelle das Objekt auf und vor ein weißes Blatt Papier. Der ganze Hintergrund des fertigen Bildes sollte neutral-Weiß sein. Die Lampe kommt dabei so nah wie möglich an die Figuren heran, ohne der Kamera den Weg zu verstellen. Wenn das Licht nur aus einer Quelle kommt, ist es besonders wichtig diese so auszurichten, dass die Figur aus der Kameraperspektive gut ausgeleuchtet ist, und nicht z.B. das Gesicht im Schatten liegt.

Lumix

Meine Lumix FZ38 Systemkamera

Man braucht keine hochklassige Spiegelreflexkamera, um gute Figurenfotos zu schießen, aber mit einem Smartphone ist es schon etwas schwieriger, als mit einer richtigen Kamera, insbesondere weil die Kamera des Smartphones meistens nicht so viel Einstellmöglichkeiten hat. Dennoch geht es auch damit, man muss nur eventuell nachher noch etwas mehr nachbearbeiten.

Ich benutze eine sogenannte Systemkamera von Lumix, die ich von meiner Schwester geerbt habe, als sie sich etwas Besseres geleistet hat. Sie ist schon etwas älter und man bekommt solche Modelle gebraucht deutlich unter hundert Euro.

Makro

Makro-Einstellung und Weißabgleich

Die Kamera sollte man auf den Makro-Modus einstellen, der auf nahe, kleine Objekte abgestimmt ist. Smartphones unterscheiden da meist nicht, deshalb sollte man damit nahe an das Objekt gehen und den Autofokus auf die Figur einstellen (d.h. auf die Figur im Sucher tippen). Wenn die Kamera eine Funktion zum Weißabgleich anbietet, hilft es, diese auf das weiße Papier im Hintergrund anzuwenden, denn ansonsten wird die Figur sehr dunkel, und man muss sie in der Fotobearbeitung später noch mehr aufhellen.

Das rohe Foto

Das unbearbeitete, rohe Foto

Dann schießt man das eigentliche Foto. Ich benutze kein Stativ, sondern fotografiere einfach aus der Hand, aber je nach Figur lege ich Kamera manchmal auf dem Tisch auf. Ich empfehle da einfach ein bisschen auszuprobieren, was für euch am besten funktioniert. Es ist ja heute nicht mehr so, dass zwei oder ein paar hundert zusätzliche Bilder etwas kosten würden. Wie man an meinem Beispielbild hier sieht, kann das Bild durchaus mehr als den weißen Hintergrund umfassen – das bearbeiten wir gleich alles in Photoshop. Wichtig ist nur, dass die Miniatur scharf ist und nicht über den weißen Hintergrund hinausragt. Schießt auf jeden Fall ein paar Fotos, damit ihr euch das beste heraussuchen könnt.

Zugeschnittenes Foto

Das zugeschnittene Foto

Jetzt geht es vom Fototisch an den Rechner. Kopiert die Fotos von der Kamera auf euren Computer und öffnet sie in der Fotobearbeitung eurer Wahl. Ich benutze hier Photoshop, das ich von Berufs wegen besitze, aber es gibt reichlich kostenlose Software (meine Empfehlung ist Paint.NET) und Photoshop Elements bekommt man heutzutage auch zu einem sehr erschwinglichen Preis.

Seht euch die geschossenen Fotos an und sucht eins aus, das euch am Besten gefällt. Schneidet es auf den Hintergrund zurecht, so dass die Figur den Großteil des Bildes ausfüllt. Ich benutze immer ein Verhältnis von 4:3 oder 3:4 für meinen Ausschnitt. Dann skaliert das Foto auf eine vernünftige Größe herunter. Die heutigen Kameras machen so große Fotos, dass man viel zu viele Details erkennt, die das bloße Auge an der Figur überhaupt nicht mehr wahrnimmt (zumindest in meinem Alter). Ich empfehle eine Größe von 1200×900 (oder umgekehrt) Pixeln. Damit kann man auf dem Computerbildschirm alles erkennen, und es passt auf die meisten Monitore.

Helligkeit und Kontrast

Die Korrekturfunktion für Helligkeit und Kontrast in Photoshop

Dann heißt es, Farbe, Helligkeit und Kontrast der Fotos zu korrigieren. Hier kann ich keine allgemeingültigen Hinweis geben, denn das Aussehen eurer Fotos hängt zu sehr von der Kamera, der Beleuchtung und den Farben eurer Miniaturen ab. Aber zwei Hauptpunkte will ich zumindest kurz erwähnen. Mit der Funktion Helligkeit/Kontrast sollte ihr die besagten Eigenschaften des Fotos korrigieren, denn es wird meistens zu dunkel sein, außer ich habt sehr hochwertige Ausstattung (und dann wahrscheinlich über das Tutorial hier nur schmunzeln könnt). Wenn ihr einfach nur die Helligkeit hochschraubt, werden die Kontraste häufig zu stark, deswegen empfehle ich, gleichzeitig den Kontrast zu verringern.

Farbkorrektur

Farbkorrektur in Photoshop

Diese Korrektur kann schon für ein schönes Foto ausreichen, aber häufig sollte man die Farben noch anpassen. Mein Beispielbild ist zum Beispiel viel zu Gelb und Grün im Vergleich zum Original, und auch der weiße Hintergrund ist mir noch zu grau. Ich benutze dafür die automatische oder – wenn die es nicht richtig hinbekommt – selektive Farbkorrektur in Photoshop. Wichtig ist im Endeffekt nur, dass ihr die Version findet, die euch am besten gefällt und eure Figur am besten präsentiert.

Und damit seid ihr auch schon fertig. Speichert das fertig bearbeitete Foto und ladet auf den Kanal eurer Wahl ins Netz! Ich hoffe dieser kleine Artikel hat euch ein paar nützliche Tipps gegeben, für den Fall dass ihr eure Figuren im Netz präsentieren wollt. Wenn ja, schreibt die Links dorthin in den Kommentaren. Hier ist mein fertiges Foto:

Die Kommando-Einheit der Latari-Elfen

Die Kommando-Einheit der Latari-Elfen aus Runewars

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